Erkenntnis durch Gegenüberstellung
Zum Doppeljubiläum Wagner/ Verdi hatte die Hochschule für Musik und Tanz in Köln eine Ringvorlesung angesetzt, die den Untertitel «Kulturen der Oper» trug. Die Idee mag auf den ersten Blick wenig spektakulär sein, zeigt sich aber bei näherer Betrachtung als überaus anspruchsvoll.
Die zwölf daraus hervorgegangenen, vom Initiator Arnold Jacobshagen jetzt in Buchform herausgegebenen Aufsätze stecken ein breites Spektrum ab, das das Verhältnis Verdis und Wagners zur Politik (Michael Walter), zur Literatur (Albert Gier), aber auch zu den Musikzentren der Zeit und dominierenden ästhetischen Paradigmata einschließt (Jean-François Candoni), außerdem kompositorische (Johannes Schild u. a.) und rezeptionsgeschichtliche Aspekte (Arnold Jacobshagen u. a.) sowie Fragen der Interpretation.
Grundlegend war die Idee des Doppelporträts, so dass in allen Aufsätzen beide Komponisten behandelt werden. Dies geschieht meist additiv, nur selten wird die Denkfigur des Doppelporträts auch wirklich als heuristisches Instrument verstanden. Das geschieht etwa, wenn Thomas Seedorf sich mit stimmlichen Heroisierungstendenzen im 19. Jahrhundert auseinandersetzt und ein Doppelporträt eigener Art zeichnet: Was für ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Stephan Mösch
Cosima Liszt und die Schauspielerin Ellen Franz waren Jugendfreundinnen aus Berliner Tagen, beide Klavierschülerinnen von Hans von Bülow. Zwischen 1859 und 1862 pflegten sie einen Briefwechsel, in englischer Sprache (die Mutter von Ellen Franz stammte aus Middlesex). Nach langjähriger Pause und unter neuen Vorzeichen nahmen sie ihn 1877 wieder auf: Cosima war seit...
Im Rahmen der anspruchsvollen, mit raren und riskanten Stücken nicht geizenden Opernspielzeit am Theater Heidelberg ist dieser «Pelléas» ein szenischer Ausfall. Ja, ein Ärgernis. Und das trotz günstiger Voraussetzungen. Das Orchester findet unter seinem GMD Yordan Kamdzhalov zu jener sensiblen Klangbalance, von der Debussys scheues Meisterwerk lebt. Dass sich...
Er kannte von Berufs wegen Gott und Jedermann. Aber richtige Freunde? Enge Vertraute? Für Gustav Mahler eher die Ausnahme. «Damit soll Mahler jedoch nicht als berechnender Egoist und keiner dauerhaften, wirklichen Freundschaft fähig charakterisiert werden. … [Es war] für ihn einfach unmöglich, die zahlreichen Kontakte dauerhaft zu pflegen, unabhängig von...
