Endstation Sehnsucht

Drei Opern, das gleiche Thema: die Liebe! Verdis «La traviata» und ein Doppelabend aus Menottis «The Telephone» und Monteverdis «Il combattimento» am Staatstheater Wiesbaden

Opernwelt - Logo

Zu den flirrenden Klängen der Ouvertüre wird in Tom Goossens’ Inszenierung von Verdis «La traviata» ein großer Scheinwerfer hinabgesenkt. Über ein meterlanges Kabel ist er mit einem Schaltpult verbunden, das von der Titelheldin selbst bedient wird. Immer mehr dieser Leuchtmittel senken sich herab und tauchen die Bühne in reines, strahlendes Licht. Es zeigt Violetta Valéry pur, unverstellt – so, wie sie ist. Doch dann wird eine Folie vor den zentralen Scheinwerfer geschoben. Auf Knopfdruck ergießt sich pinkfarbenes Partylicht über die Bühne.

Violetta inszeniert sich als Königin einer schillernden Ballgesellschaft im lavendelfarbenen Rüschenkleid. Erste Anzeichen von Krankheit und Verfall werden konsequent herausgefiltert.

Das Licht spielt die Hauptrolle an diesem Theaterabend. Die Bühne besteht nur aus einem Podest, über das (mitunter) ein pinkfarbener Teppich ausgerollt wird. Darauf das Lichtpult – sonst nichts. Die Kulisse wird von den Darstellern selbst geformt. Der Opernchor glänzt in farbprächtigen, aus originellen Einzelstücken zusammengefügten Kostümen (Sietske Van Aerde, Lena Mariën) die an die Bilderwelt von Otto Dix erinnern, als lebendige Kulisse. Der Regisseur Tom ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Silvia Adler

Weitere Beiträge
Lieber singen als schießen

Harald Schmidt treibt sich gern in Opernhäusern herum. Am liebsten in solchen, die in schönen Städten stehen, wie er beim Künstlertreffen nach der Aufführung freimütig zugibt. Graz ist eine schöne Stadt. Deshalb ist Schmidt hier. Aber wohl auch wegen des Stücks, in dem er mitwirkt und das mit seinem leisen Spott sehr gut zu ihm passt, Schostakowitschs Operette...

TV, Streams, Kino 12/25

arte
07.12. – 22.05 Uhr
Dmitri Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk
Die Mailänder Scala eröffnet die Saison 2025/26 mit einem wichtigen Meisterwerk des 20. Jahrhunderts. In der Titelrolle ist die amerikanische Sopranistin Sara Jakubiak zu erleben, am Dirigentenpult steht Riccardo Chailly. Arte überträgt die Premiere leicht zeitversetzt.

12.12. – 22.45 Uhr
Die...

Mission: Impossible

Giuseppe Verdis «Aida» gilt als Festtagsstück selbst noch unter den großen Extrachor- und Extra-Bläser-Opern. Das hat sie vor die Pyramiden von Gizeh gebracht und bringt sie alljährlich in die Arena von Verona und ohnehin auf Freilichtbühnen aller Art, sofern der Platz und die musikalischen Kräfte reichen. Vor diesem Hintergrund ist es ganz solide, dass sie auch...