Erlösungstraum: Barbara Hannigan (Mélisande), Leigh Melrose (Golaud). Foto: Ursula Kaufmann

Ende gut, alles gut?

In seiner letzten Saison als Intendant der Ruhrtriennale vermisst Johan Simons noch einmal die Ästhetik des Musiktheaters: Krzysztof Warlikowski inszeniert Debussys «Pelléas et Mélisande» und Saties «Socrate», Nicolas Stemann versucht sich an Philippe Manourys Jelinek-Oper «Kein Licht», «The Broke ‘N’ Beat Collective» lockt junges Publikum, «Homo instrumentalis» fragt nach dem Sinn von Fortschritt

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Reichlich leerformelhaft hat Johan Simons seine jetzt zu Ende gegangene Intendanz der Ruhrtriennale 2015-2017 mit dem Motto «Seid umschlungen» als ein «Festival der gemeinsamen Erfahrungen» – regionalen, menschlichen, politischen – reklamiert.

Die programmatische Ausrichtung eines «Festivals der Künste» hat er von seinem Vorgänger Heiner Goebbels übernommen, den Rahmen der grenz- und spartenübergreifenden Experimente mit der Einbeziehung von Installationen, Performances, Raummusik-Konzerten und der Videokunst sowie der Etablierung eines permanenten Festivalzentrums vor der Bochumer Jahrhunderthalle allerdings noch weiter gefasst, das Tanztheater aufgewertet und dem zuletzt arg vernachlässigten Schauspiel seinen Platz zurückgegeben. Luc Percevals Émile-Zola-Trilogie und die Dante-Trilogie des Choreografen Richard Siegal markierten denn auch kaum zufällig Höhepunkte seiner Intendanz. Popkonzerte, das verrückte Kunstdorf «The Good, the Bad and the Ugly» oder ein Projekt wie das Hip-Hop-Puppen-Tanztheater The Broke ‘N’ Beat Collective sprachen neue, jüngere Publikumsschichten an. Und mit der Zeche Lohberg in Dinslaken kam ein weiterer Spielort zu den bewährten Industriearchitekturen ...

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Opernwelt November 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Uwe Schweikert, Michael Struck-Schloen, Jürgen Otten & Regine Müller

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