Eine schöne Vision
Programmatisch war die Idee nicht sonderlich kühn – «Eugen Onegin» kennt in Russland jedes Kind. Personell hingegen schon. Doch am Ende erwies sich die Entscheidung der Oper Jekaterinburg, Dmitry Volkostrelov für eine Neuinszenierung von Tschaikowskys «Lyrischen Szenen» zu verpflichten, als sehr gute Wahl. Volkostrelov ist eine außergewöhnliche Figur im Kulturleben Russlands. Einige Kritiker haben seine Regiearbeiten pauschal als «postdramatisch» tituliert. Das mag auf den ersten, oberflächlichen Blick zutreffen.
Letztlich aber zeichnen sich die Inszenierungen immer auch durch einen poetisch-romantischen Blick auf die Welt sowie eine hohe Musikalität aus. Dennoch hat Volkostrelov bislang kaum Opern inszeniert. Seine einzige Erfahrung war 2012 das in vielen Belangen problematische Musiktheater «Three Four» des zeitgenössischen deutsch-russischen Komponisten Boris Filanovsky. Seinerzeit sei er, so bekannte es Volkostrelov, nur wenig angetan von der Tatsache gewesen, dass ihm die Musik mitsamt ihren Festlegungen die Möglichkeit raubte, die Zeit zu kontrollieren.
Tempi passati. Volkostrelov scheint das Vertrauen zurückzugewonnen zu haben, über Zeit und Raum herrschen zu können, ohne ...
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Opernwelt Januar 2022
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Aya Makarova
Der Herr ist doch zu Haus. Kaum bricht das brachiale initiale Agamemnon-Motiv aus dem Orchester hervor, lässt er sich umständlich von einer Domestikendame in den Mantel helfen, um sich – auf dem Weg vom deutlich mit Patina überzogenen Wiener Palais zu einem Geschäftsgang in die Stadt – kurz noch mit einem übergriffigen Kuss über das junge Ding herzumachen. In...
alpha
01.01. – 16:00 Uhr
Berliner Philharmoniker – Galakonzert 2012
Mit Cecilia Bartoli (Mezzosopran), Jonathan Kelly (Oboe), Gábor Tarkövi (Trompete) und Simon Rattle (Musikalische Leitung)
02.01. – 21:45 Uhr
Galakonzert
Mit Lang Lang (Klavier), Mariss Jansons (Musikalische Leitung) und dem BR-Symphonieorchester
16.01. – 21:45 Uhr
Gardiner dirigiert Chabrier
Das...
Mrs. Lovett liebt Fleischpasteten. Aber nicht irgendwelche. Sie bevorzugt die mythische Variante. Wie Tantalos, der die Götter prüfen wollte, als er ihnen seinen Sohn Pelops zum Mittagsmahl servierte, wie Atreus, der die Söhne des Thyestes schlachtete, damit er sie seinem Bruder kredenzen konnte, so verfrachtet auch die Londoner Geschäftsfrau all jene Leichen, die...
