Ein Wurf
Gounods Goethe-Erfolg, eine der (gar nicht so) geheimen Lieblingsopern Thomas Manns, kann auch im 21. Jahrhundert noch auf Interesse und Bewunderung stoßen. Die Chor-, insbesondere die Kriegsszenen sind nicht allzu weit von Verdi’schem Schwung entfernt, und den Intimitäten des im Mittelpunkt stehenden vokalen Trio infernale sind bedeutende Schön- und Apartheiten gewidmet. Die teutonischen Goethe-Fetischisten, denen der Ausweichtitel «Margarete» für den hiesigen Gebrauch geschuldet war, sind als ideologische Gralshüter des Nationalstoffs ohnedies in die Gräber der Geschichte gesunken.
Bei der Mainzer Produktion heißt das Stück denn auch «Faust».
Gesungen wird, das ist ja längst Standard, im originalen Französisch (wobei man sich amüsieren darf über dessen Differenz zu der kess eingedeutschten Übertitelung). Für Mainz recycelte Elisabeth Stöppler eine Inszenierung, die vor fünf Jahren am Oldenburger Staatstheater ein bemerkenswertes Echo fand. Die aktuell tätigen Ausstatter, Natalia Krautkrämer (Bühne) und Susanne Maier-Staufen (Kostüme), hatten also nur den Ruhm der Zweiterfüller von Konzepten, die ursprünglich von Rebecca Ringst (Bühne) und Ingo Krügler (Kostüme) stammten. Die in ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Hans-Klaus Jungheinrich
Alessandro Stradellas «La Doriclea» hat eine recht bewegte Geschichte hinter sich. Der Dreiakter wurde erst 1938 von dem Rieter Organisten Mario Tiberti entdeckt – und galt nach dem Zweiten Weltkrieg schon wieder als verschollen. Trotzdem gab es 2004 im Rahmen eines Festivals bei Siena ein konzertantes Revival auf Grundlage einer Transkription, die Tiberti einst...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
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ML: Thorau, I: Teilmans, B: Brendel,...
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56. Jahrgang, Nr 12
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