Ein Kessel Buntes
Zum Glück besitzt Rolando Villazón viele Talente. Seit er sich als Sänger immer mehr zurückziehen muss, lebt er diese umso stärker aus: Regisseur, Autor, Fernsehmoderator, Rollenmodell und Mozart-Botschafter. In Salzburg fügt er seinem Portfolio nun für fünf Jahre die Intendanz der seit 1956 jährlich rund um des Komponisten Geburtstag stattfindenden Mozartwoche hinzu. Und will bei dieser Gelegenheit nur Mozart aufführen, mit wechselnden Schwerpunkten.
Damit kehrt er zu den Ursprüngen der ehrwürdigen, gleichwohl länger schon auch für andere Epochen offenen Veranstaltung zurück.
Mozart bringe die Menschen zusammen, ist des Sänger-Intendanten Credo. Das bedeutet vor allem, an die Peripherie und auf die Plätze der Stadt zu gehen, wo Villazón selbst mexikanische Geburtstagsständchen darbrachte: insgesamt 60 Veranstaltungen in elf Tagen. Er bezog etwa einen Veranstaltungssaal in einem Einkaufszentrum ein, wo das amerikanische Kollektiv «Catapult» ein die Sinne verblüffendes Schatten-Tanz-Theater als nettes «Mausical» mit Salzburg-Flair darbot. Oder er aktivierte alternative Kulturstätten, wo mit einer sprachartistischen Performance der nasalierend-scharfzüngigen, dabei dem Fäkalen ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Karl Harb
Herr Baumgarten, inszenieren Sie anders, seit Sie Professor sind?
Ja. Der intuitive Bereich, in dem man sich beim Inszenieren bewegt, wird einer rationalen Überprüfung unterzogen. Es ist so, als ob man über das Gehen noch mal nachdenkt. Dazu kommt, dass man durch die Studierenden permanent mit neuen Ideen, Texten und Konzepten konfrontiert wird, die in meiner...
Herr Pishkar, wie kommt man als Jugendlicher in Teheran zum Berufswunsch Dirigent?
Man hat nur dieses eine Leben. Es anders zu verwenden als zum Dirigieren, würde mir sinnlos erscheinen. Die Ausbildung in Persien war vielfältig. Wir haben zum Beispiel verschiedene Harmonielehren studiert. Aber als ich sagte, ich möchte Dirigent werden, gab es viele skeptische...
Gletscher? War da mal was? Richtig, das waren diese majestätischen Eisgebilde, die Berglandschaften spektakulären Glanz verliehen, bevor die Menschheit begann, immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre zu feuern. In den 1920er-Jahren waren sie noch weitgehend intakt, ein vertrauter Anblick, so dass Ernst Křenek für seine Oper «Jonny spielt auf» einen Gletscher als...
