Ein Kessel Buntes
Zum Glück besitzt Rolando Villazón viele Talente. Seit er sich als Sänger immer mehr zurückziehen muss, lebt er diese umso stärker aus: Regisseur, Autor, Fernsehmoderator, Rollenmodell und Mozart-Botschafter. In Salzburg fügt er seinem Portfolio nun für fünf Jahre die Intendanz der seit 1956 jährlich rund um des Komponisten Geburtstag stattfindenden Mozartwoche hinzu. Und will bei dieser Gelegenheit nur Mozart aufführen, mit wechselnden Schwerpunkten.
Damit kehrt er zu den Ursprüngen der ehrwürdigen, gleichwohl länger schon auch für andere Epochen offenen Veranstaltung zurück.
Mozart bringe die Menschen zusammen, ist des Sänger-Intendanten Credo. Das bedeutet vor allem, an die Peripherie und auf die Plätze der Stadt zu gehen, wo Villazón selbst mexikanische Geburtstagsständchen darbrachte: insgesamt 60 Veranstaltungen in elf Tagen. Er bezog etwa einen Veranstaltungssaal in einem Einkaufszentrum ein, wo das amerikanische Kollektiv «Catapult» ein die Sinne verblüffendes Schatten-Tanz-Theater als nettes «Mausical» mit Salzburg-Flair darbot. Oder er aktivierte alternative Kulturstätten, wo mit einer sprachartistischen Performance der nasalierend-scharfzüngigen, dabei dem Fäkalen ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Karl Harb
Stefano Poda ist – wie sein italienischer Landsmann Romeo Castellucci oder wie Achim Freyer – Regisseur, Bühnenbildner, Choreograf, Kostüm- und Lichtgestalter in Personalunion. Seine Inszenierungen zeichnen sich durch eine strenge, genau kalkulierte Formensprache aus. Man könnte auch sagen: Er unterwirft die Werke, die er sich vornimmt, seiner eigenen Ästhetik....
Es war ein mutiger, gewiss auch überambitionierter, weil szenisch nicht bewältigter Abend, an dem sich Demis Volpi in Saarbrücken mit dem finstersten aller griechischen Mythen auseinandersetzte – mit Medea, die zugleich Liebende und Rächende, Opfer und Täterin ist. Multiperspektivisch, aber unverbunden nebeneinandergestellt, konfrontiert er den...
Anfang der 1890er-Jahre, als Mascagnis Überraschungs-Hit «Cavalleria rusticana» eine Verismo-Welle auslöste, auf der bald viele junge Tonsetzer erfolgreich mitschwammen, mag sich Jules Massenet in Paris gedacht haben: Na wartet, Bürschchen, euch zeige ich, wer der Meister aller Klassen ist! Und er hatte auch schon eine Interpretin zur Hand, die seinen Beitrag zur...
