Editorial Opernwelt 1/25
Ein Gespenst geht um in deutschen Landen. Keine Angst, es ist nicht der Kapitalismus, der hat seine Maske längst abgestreift und herrscht unumschränkt. Nein, es ist ein anderes Ungeheuer, das vielen Kulturschaffenden die blanke Angst in die Mienen malt, es trägt den Namen Sanierung. Zahlreiche Opernhäuser müssen dringend ausgebessert, wenn nicht gar neu gebaut werden, damit das unmögliche Kunstwerk weiterhin wirklich ist. Aber genau an dieser Stelle wird es schwierig.
Übersteigen schon die ursprünglich veranschlagten Kosten das Normalmaß, geschieht es inzwischen nicht eben selten, dass im weiteren Verlauf der Diskussionen um das Wann, Wie und Wo (und manchmal sogar Warum) plötzlich Zahlen aus dem Himmel herabregnen, die man, ohne rot zu werden, mit dem Begriff «utopisch» bezeichnen kann. Die Geschichte der Kölner Oper am Offenbachplatz ist nur ein weithin «leuchtendes» Beispiel für diese fortlaufende Malaise. Nun hat es auch die Staatsoper Stuttgart erwischt. Das neoklassizistische Gebäude, 1912 vom Architekten Max Littmann ersonnen und erbaut, ist nicht erst seit gestern marode: Löcher im Kupferdach, durch die der Regen tropft (und vergessen wir nicht, wie vor drei Jahren ein ...
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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten
Am Abend des Jahres 1837 ging an der Pariser Oper der Tenorgesang eine freundliche Allianz mit der Athletik ein. Und zwar dank Gilbert Louis Duprez als Melchthal in Rossinis «Guillaume Tell»: In der Arie «Asile héréditaire» schleuderte er ein ut de poitrine, ein aus dem Brustregister gestemmtes hohes C, in den Raum wie ein Hammerwerfer sein Gerät. Es war quasi die...
ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung
Aachen
Theater Aachen
www.theateraachen.de
- Mozart, Die Zauberflöte: 10., 22., 24.
- nach Purcell, The Indian Queens: 12., 19.
Altenburg/Gera
Theater Altenburg Gera
https://theater-altenburg-gera.de
- Wagner, Der fliegende Holländer: 3....
Wieviel Feinheit verträgt die Kunstform Oper? Charles Gounod schrieb für «Roméo et Juliette» eine außerordentliche Musik: gelehrt in der Verwendung traditioneller polyphoner Techniken, gediegen in ihrem wohltönenden, kunstvoll ausbalancierten Stimmensatz, raffiniert in der Aufbietung aparter Klangeffekte. Vom «großen Pinsel» machte Gounod ungern einmal Gebrauch, er...
