Editorial Opernwelt 1/25

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Ein Gespenst geht um in deutschen Landen. Keine Angst, es ist nicht der Kapitalismus, der hat seine Maske längst abgestreift und herrscht unumschränkt. Nein, es ist ein anderes Ungeheuer, das vielen Kulturschaffenden die blanke Angst in die Mienen malt, es trägt den Namen Sanierung. Zahlreiche Opernhäuser müssen dringend ausgebessert, wenn nicht gar neu gebaut werden, damit das unmögliche Kunstwerk weiterhin wirklich ist. Aber genau an dieser Stelle wird es schwierig.

Übersteigen schon die ursprünglich veranschlagten Kosten das Normalmaß, geschieht es inzwischen nicht eben selten, dass im weiteren Verlauf der Diskussionen um das Wann, Wie und Wo (und manchmal sogar Warum) plötzlich Zahlen aus dem Himmel herabregnen, die man, ohne rot zu werden, mit dem Begriff «utopisch» bezeichnen kann. Die Geschichte der Kölner Oper am Offenbachplatz ist nur ein weithin «leuchtendes» Beispiel für diese fortlaufende Malaise. Nun hat es auch die Staatsoper Stuttgart erwischt. Das neoklassizistische Gebäude, 1912 vom Architekten Max Littmann ersonnen und erbaut, ist nicht erst seit gestern marode: Löcher im Kupferdach, durch die der Regen tropft (und vergessen wir nicht, wie vor drei Jahren ein ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten

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