Editorial Opernwelt 1/25
Ein Gespenst geht um in deutschen Landen. Keine Angst, es ist nicht der Kapitalismus, der hat seine Maske längst abgestreift und herrscht unumschränkt. Nein, es ist ein anderes Ungeheuer, das vielen Kulturschaffenden die blanke Angst in die Mienen malt, es trägt den Namen Sanierung. Zahlreiche Opernhäuser müssen dringend ausgebessert, wenn nicht gar neu gebaut werden, damit das unmögliche Kunstwerk weiterhin wirklich ist. Aber genau an dieser Stelle wird es schwierig.
Übersteigen schon die ursprünglich veranschlagten Kosten das Normalmaß, geschieht es inzwischen nicht eben selten, dass im weiteren Verlauf der Diskussionen um das Wann, Wie und Wo (und manchmal sogar Warum) plötzlich Zahlen aus dem Himmel herabregnen, die man, ohne rot zu werden, mit dem Begriff «utopisch» bezeichnen kann. Die Geschichte der Kölner Oper am Offenbachplatz ist nur ein weithin «leuchtendes» Beispiel für diese fortlaufende Malaise. Nun hat es auch die Staatsoper Stuttgart erwischt. Das neoklassizistische Gebäude, 1912 vom Architekten Max Littmann ersonnen und erbaut, ist nicht erst seit gestern marode: Löcher im Kupferdach, durch die der Regen tropft (und vergessen wir nicht, wie vor drei Jahren ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten
Statt Oper erst mal ein Klavierlied, statt der nicht existenten Ouvertüre zur «Bürgerlichen Komödie» zuerst einmal auf leerer Bühne das Kunststück «Cäcilie» op. 27 Nr. 2. Das hatte der 30-jährige Komponist 1894 seiner Ehefrau, der Opernsängerin Pauline de Ahna, zur Hochzeit geschenkt. Axel Ranisch verknüpft den hier im Opernparlando wuselnden realen...
Wie oft wurde die Psyche dieser Frau nicht schon durchgecheckt. Meist von Männern, die an ihr das Mysterium Frau zu ergründen suchten, indem sie die Figur psychologisch zergliederten und ihr die unterschiedlichsten Diagnosen an die Stirn hefteten. Lulu ist vermutlich das meistanalysierte Geschöpf der Operngeschichte. In der Inszenierung von Nadja Loschky an der...
arte
01.01. – 00.35 Uhr
The Magic Flute - Das Vermächtnis der Zauberflöte
«Die Zauberflöte» in neuem Gewand: Florian Sigls Spielfilm zeigt Mozarts berühmtes Singspiel aus seinem Todesjahr als Fantasy-Abenteuer.
01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert aus dem Teatro La Fenice in Venedig
Der britische Dirigent Daniel Harding leitet Chor und Orchester des Teatro La Fenice...
