Editorial März 2019

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Der Himmel über Paris, so zumindest will es unsere Fantasie, war strahlend blau an jenem Junitag des Jahres 1669, der als eine Art Gründungsmythos in die Annalen der (französischen) Musikgeschichte Eingang gefunden hat. Denn an diesem Tag zeigte sich der launische Sonnenkönig Ludwig XIV. von seiner charmantesten Seite: Er gewährte dem schriftstellernden Abbé Pierre Perrin das Privileg, Opern aufzuführen. Und ebnete damit den Weg für eine, auch und gerade der vielen Wechselfälle wegen, äußerst aufschlussreiche Erfolgsstory.

2019 zelebriert, pardon, begeht die Opéra national de Paris – wiewohl in Musentempeln, die weiland nicht einmal im Traum erdacht worden waren – ihr 350-jähriges Jubiläum. Und sie tut dies, nach erster kritischer Anschauung (siehe S. 4), ebenso stilsicher wie angemessen würdevoll und künstlerisch streitbar: mit zwei Neuproduktionen, in denen sich die Vielfalt der Gattung paradigmatisch widerspiegelt. Im 1875 eingeweihten Palais Garnier brachten René Jacobs und Romeo Castellucci die Premiere von Alessandro Scarlattis spirituellem Barock-Theater «Il Primo Omicidio» heraus; in der (erst während der Ära Mitterand errichteten) Opéra Bastille interpretierten Philippe ...

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Opernwelt März 2019
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann

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