Editorial Juni 2018
Seit 1959 werden in den Vereinigten Staaten jedes Jahr die Grammy Awards verliehen. Und alle Jahre wieder ertönt zum großen Finale die Sage von den Musik-Oscars für das Beste aus Rock und Pop, Jazz und Klassik. Eine goldglänzende Grammophon-Trophäe der National Academy of Recording Arts and Sciences gilt vielen als höchster Qualitätsausweis, den professionelle Musiker, Sänger und Komponisten erreichen können. Als Marke, die weltweit wahrgenommen wird.
Seit 1992 wurden in der Bundesrepublik jedes Jahr die Echo-Musikpreise vergeben.
Und alle Jahre wieder lief in der Öffentlichkeit die Botschaft um, dass der an die Gewinner überreichte Bronze-Messing-Nickel-(Schall-)Bogen die bedeutendste Auszeichnung symbolisiere, die der drittgrößte Musikmarkt der Welt zu bieten habe. So bedeutend, dass die als Veranstalter fungierende Deutsche Phono-Akademie, ein Ableger des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), schon kurz nach dem Start neben dem Echo Pop zwei weitere Events einführte: den Echo Jazz und den Echo Klassik. Die Zahl der Preisträger stieg von 15 auf über 100, übertraf sogar die Spitzenwerte des Grammy-Vorbilds.
Nach dem Eklat um einen Rap-Song, der mit antisemitischen Klischees ...
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Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten & Albrecht Thiemann
Jules Massenets «Conte de fées», seine Lesart also des über das Aschenbrödel-Märchens, wird selten gespielt. Wie Rossini in der ungleich populäreren Version «La Cenerentola» setzt auch Massenet in seiner 1899 uraufgeführten Märchenoper die ekstatischen Traumbilder von Cendrillon und ihrem Märchenprinzen – im französischen Original «Le Prince Charmant» – in einen...
Vielleicht lag es an der Komplexität der Partitur, vielleicht am Zeitpunkt der Pariser Uraufführung 1936, wenige Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg. Vielleicht lag es aber daran, dass Georges Enescu nicht die Bedeutung zukam, die er als Komponist verdient hätte. «Oedipe» jedenfalls, seine einzige Oper, schaffte es nie in den Kanon. In Deutschland wurde das Werk erst...
Die Tenor-Partien seiner 29 Opern hat Giuseppe Verdi für 21 Sänger geschrieben. Sein erster Favorit war Gaetano Fraschini, vom Typus her wohl ein lirico-spinto, ähnlich wie Raffaele Mirate, der erste Manrico. Für Alvaro fand er in Enrico Tamberlik einen echten spinto, während er aus der Partie des Don Carlos eine Arie streichen musste, um Jean Morère seine Aufgabe...
