Editorial

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«Was zählt, ist die Transgression, die Überschreitung. Man muss immer weiter gehen», sagte Pierre Boulez 2003 im «Opernwelt»-Gespräch. Damals war er noch beinahe alterslos, strotzte vor Elan. Als wir ihn zehn Jahre später in Luzern wiedertrafen, ahnten wir, dass die Kräfte zu schwinden drohten – geistig wirkte er hellwach, doch körperlich geschwächt. Am 5. Januar hat Boulez, der als Komponist, Dirigent und Musikpolitiker unermüdlich Horizonte dehnte, Raum für Rares und Neues schuf, die letzte Grenze überschritten. Mit ihm verließ uns ein «Jahrhundertkünstler» (Seite 30).



Überhaupt ist dies ein Heft der Abschiede. Mit dem Tod des 90-jährigen Boulez, der die letzten Monate zurückgezogen in seiner Wahlheimat Baden-Baden lebte, mussten wir rechnen. Auch Kurt Masur erreichte ein hohes Alter: Fünf Monate nach seinem 88. Geburtstag ist der wohl einflussreichste Kapellmeister aus der DDR im amerikanischen Greenwich gestorben. Der Dirigent Hartmut Haenchen erinnert in einem persönlichen Text an einen Künstler, der vielen Musikern, manchmal im Verborgenen, zur Seite stand (Seite 70). Die Berliner Mezzosopranistin Stella Doufexis hingegen wurde durch eine schwere Krankheit mitten aus dem Leben ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann

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