Echtes Theatertier
Vom neugierigen Holzwurm, der im Parkettgestühl heimlich Violetta, die Königin der Nacht, Wotan und all die anderen Opernwesen belauscht, haben wir natürlich viel gehört. Auch die wieselflinken Ballettratten, ohne die das Bühnenleben nur halb so schön wäre, sind uns vertraut. Und Janáčeks Parabel vom kleinen Füchslein sowieso.
Aber eine Katze, die im Theater wohnt und nicht nur schnurren oder miauen, sondern auch noch singen kann? Die alles nachträllert, was sie in der Garderobe oder auf der Probe aufschnappt? Und zwar so gut, dass die Primadonna ganz sauer wird und beim Direktor den Rausschmiss der tierisch lästigen Konkurrentin durchsetzt? Das ist eine neue Geschichte. Und das Beste: Sie ist wahr. Jedenfalls in der Erinnerung der Regisseurin Vera Nemirova. Seit den Kindertagen schleicht Ivanka ihr im Kopf herum. Aber erst die Begegnung mit dem italienischen Dirigenten und Komponisten Massimiliano Matesic brachte sie auf die Idee einer Katzenoper für große und kleine Kinder.
Einst streifte Ivanka durch das Opernhaus im bulgarischen Russe – damals, als Nemirovas Vater dort inszenierte und auch sonst die Fäden zog. Jetzt ist sie an Hamburgs Opera stabile wieder ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Albrecht Thiemann
Die Effekte sind schon ziemlich spektakulär: Dass Peter Pan und seine Londoner Freunde über die Bühne fliegen, wird natürlich erwartet. Aber der Junge, der niemals erwachsen werden will, kann auch Wände hochlaufen, und in Jason Southgates puppenstubigem Bühnenbild gibt es eine Eisenbahn-Strecke, über die nicht nur altmodische U-Bahn-Waggons ruckeln, sondern...
Endlich hat sie es hinter sich. Endlich kann sie wieder jung sein, sich öffnen, fühlen, trauern, triumphieren, ihre Verletzlichkeit spüren. Emilia Makropulos erlebt die Minuten vor ihrem Tod als Befreiung. Mehr als 300 Jahre hat sie gelebt, fluchtartig Identitäten gewechselt, Wiedergänger ertragen, sich durch die Zeiten geschlagen. Nun ist die Zeit abgelaufen....
Kürzlich hat die Lyric Opera in Chicago einen neuen «Ring»-Zyklus gestartet, nun lässt sie mit Berlioz’ «Les Troyens» ein weiteres Opus von epischer Breite folgen. Eine echte Premiere: Das Werk war in Chicago nie zuvor zu sehen (die bislang einzigen amerikanischen Produktionen gab es in San Francisco, Boston, New York und Los Angeles). Ein Jammer, dass man nur...
