Drei Ansichten

Die Metropolitan Opera schenkt Anna Netrebko eine Jubiläumsanthologie, Krassimira Stoyanova glänzt mit Charakterbildern aus der slawischen Oper, Vittorio Grigolo schickt Souvenirs aus Italien

Opernwelt - Logo

Am 18. Februar 2012 wird es zehn Jahre her sein, dass sich auf der Bühne der Met eine «Audrey Hepburn mit Stimme» vorstellte: die damals 31-jährige Anna Netrebko in der Rolle der Natascha in Sergej Prokofjews «Krieg und Frieden». Zur Vorfeier dieses «Jubiläums» präsentiert sich die schöne Russin, inzwischen unter den Berühmten die Berühmteste, mit einem Album «Live at the Metropolitan Opera» in neun Rollen.

Bei dem Debüt als Prokofjews junge Grafentochter unter ihrem Mentor Valery Gergiev hatte Netrebko das Publikum durch ihre Anmut, ihre tänzerische Leichtigkeit und einen Klang mit leuchtend-schönem Schimmer im Bereich des oberen Passaggio verzaubert – das belegt auf der CD die Szene mit Andrej (Dmitri Hvorostovsky) und Sonja (Ekaterina Semenchuk). Gegen die Chronologie ihrer Auftritte an der Met beginnt das Recital allerdings mit Elviras «Qui la voce sua soave» aus Bellinis «I puritani» (warum nur ohne das Rezitativ?). Sie singt das mit betörend schönem Ton, der mit Ritenuti gekonnt ausgekostet wird und sich wie in einem Andachtsraum entfaltet. Das wirkt beinahe so, als wolle Netrebko den umflorten Ton von Joan Sutherland nachahmen. Wenn man sie mit ihrer Lehrerin Renata Scotto ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 26
von

Weitere Beiträge
Buch zum Notebook

Prinzipien haben sie an der Opéra national du Rhin. Eine Uraufführung pro Spielzeit soll es sein und mit ihr ein Beitrag zum «Musica»-Festival. Diesmal ging der Auftrag an Philippe Manoury, Jahrgang 1952. Er tat sich mit dem Librettisten Jean-Pierre Milovanoff zusammen. Heraus kam «La Nuit de Gutenberg», ein Werk, das in der Geschichte Straßburgs verankert ist....

Turbulenzen

Gerade mal zehn Jahre gibt es das Festival Pergolesi Spontini in Jesi und Umgebung. Kurz zuvor war eine gleichnamige Stiftung gegründet worden, um das Werk von Giovanni Battista Pergolesi und Gaspare Spontini zu befördern. Jährlicher Höhepunkt der Aktivitäten sollte das Festival mit professionell produzierten Aufführungen von Stücken des 1710 in Jesi geborenen und...

Launisch, elegisch, schräg

1949 schrieb Frank Martin im Auftrag des niederländischen Kammerchors «Fünf Gesänge des Ariel». Doch damit nicht genug. Martin plante ein Musiktheaterwerk zu Shakespeares «Der Sturm». Nicht irgendeine Oper, sondern eine ganz neue Form. «Man könnte sich sehr gut ein Stück des Sprechtheaters vorstellen», so Martin, «in dem die Musik etwas ganz anderes wäre als...