Deutsches Schicksal
Zur bürgerlichen Kunst der Oper besaß Hanns Eisler, der «Komponist, Weltbürger, Revolutionär», wie ihn Friederike Wißmann im Untertitel ihrer Biografie nennt, ein kritisches Verhältnis: Der hochbegabte Schönberg-Schüler konnte Pathos und demonstrative Erhabenheit nicht ausstehen. Mit Ausnahme der (gescheiterten) Oper Johann Faustus spielte das Musiktheater bei ihm deshalb so gut wie keine Rolle. Stattdessen widmete sich Eisler lieber dem modernen Film, auf ingeniöse Weise der Filmmusik.
Die Stärke von Wißmanns Buch liegt darin, dass sie die stürmische Lebensgeschichte Eislers nicht mit rein biografischer Erzählweise einfängt, also nur mit Seitenblicken auf die Musik, sondern umgekehrt vorgeht, musikalische Schlüsselwerke des Komponisten in den Vordergrund rückt, um von dort zu den Stationen des Lebens, zumal der Zeitgeschichte, vorzudringen: Die vierzehn Kapitel sind nach Eisler-Werken benannt.
So prangt über dem Berlin-Kapitel zu den Dreißigerjahren der berühmte Filmtitel Kuhle Wampe. Deutlich wird im Verlauf des Buchs, was die Filmmusik Eisler verdankt, bis hin zu den Hollywood-Musiken mit Oscar-Nominierung (etwa Fritz Langs Film Hangmen Also Die) und dem gemeinsam mit Adorno ...
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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Wolfgang Schreiber
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«Geistliches Lied» klingt zu harmlos, auch Thomas Browns Lobgedicht auf Purcells Beiträge zu den beiden 1688 und 1693 erschienenen Bänden der Harmonia Sacra trifft es nicht ganz: «Sweetness combin’d with majesty, prepares / To raise devotion with inspiring airs». Die überaus kunstvollen Kompositionen stehen den Bühnenwerken und Oden an Expressivität in nichts nach,...
Die goldenen Jahre eines Dirigenten» seien doch die Zeitspanne zwischen 60 und 70. Und die solle man am besten am Pult von Spitzenorchestern verbringen. Das selbst gesteckte Ziel hat Mariss Jansons mehr als erreicht – als Chef des BR-Symphonieorchesters in München und des Concertgebouworkest in Amsterdam sowie als begehrter, ja von Musikern verehrter Gast in Berlin...
