Der erste Streich
Was wäre italienische Oper ohne die Konservatorien in Neapel? Die einst größte Stadt Italiens zog Begabungen aus allen Provinzen des Südens an. Im 18. Jahrhundert etwa Pergolesi, Porpora, Cimarosa und Spontini, im 19. Mercadante und Bellini. Inzwischen war die Ausbildung nach Pariser Vorbild perfektioniert worden. Fortgeschrittene Kompositionsschüler durften mit ihren Kommilitonen eigene Opern aufführen. So auch Vincenzo Bellini an einem unbekannten Tag Anfang 1825.
Gewählt wurde eine opera semiseria mit gesprochenen Dialogen, die der Hoflibrettist Tottola 1816 für den längst vergessenen Valentino Fioravanti eingerichtet hatte. Die wirre Geschichte bündelt zahlreiche Irrungen und Knalleffekte: Auf Adelsons Landsitz in Irland lebt der Maler Salvini aus Rom, der dieselbe Nelly liebt wie sein Freund und Gönner. Nach einem Selbstmordversuch Salvinis, einem Brandanschlag und der gescheiterten Entführung Nellys, bei der diese scheinbar ums Leben kam, kann der liebeskranke Maler von Glück sagen, dass ihm Milord anlässlich seiner Hochzeit mit der Umworbenen verzeihen wird.
Solche sentimentalen Wechselbäder waren ganz nach dem Geschmack des 23-jährigen Bellini. Nellys Auftrittsarie (1825 ...
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Opernwelt Juni 2017
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Anselm Gerhard
Frauen? Die Meinungen differieren in Sorotschinzi, zumindest was die gute Chiwrja Nikiforowna betrifft. Bauer Tscherewik fragt sich, warum der liebe Gott, wo es doch schon hinreichend Dreck auf Erden gebe, dazu noch das Weib geschaffen habe, Afanassi Iwanowitsch hingegen, Dorfgeistlicher mit libertinär-libidinöser Moral, vertritt die Ansicht, allein von ihr könne...
Eine Pastellszene der gehauchten, mehr angedeuteten als wirklich aufgetragenen Farben: Das würde ein zünftiges Intendantenbüro heutzutage nur dann ohne Schrammen passieren, wenn ein Regiekaliber vom Range eines – sagen wir: Patrice Chéreau darauf pochte. Eine Art Chéreau hatten die Freiburger indes nicht in der Hinterhand, als sie darangingen, Jules Massenets...
Rolando Villazón ist ein Garant für Gesprächsstoff. Den hat er weit vor seinem Regie-Beginn den Düsseldorfern auch geliefert. Mit einem stadtweiten Aufruf, Kleider (gerne auch Lackstiefel für beide Geschlechter) und Accessoires aus den 1970ern abzugeben!
Alles beginnt in einem verstaubten Atelier, eher 19. als 20. Jahrhundert. Alte Schinken auf Staffeleien: Mona...
