Demontage eines Idols
Zur Dialektik der Oper gehört das Widerspiel von Historizität und Aktualität: Als Gattung ist sie über 400 Jahre alt, und dennoch sind Ästhetik, Technik und Rezeption durch die jeweilige Moderne bestimmt. Das gilt, durchaus konkret, auch für die großen Musentempel des internationalen Hochkulturbetriebs, innerhalb dessen sie gewiss auch mancherlei Repräsentationsbedürfnisse zu erfüllen haben. Dafür steht nicht zuletzt die Architektur mit ihrer Einschüchterung durch Tradition und Monumentalität.
Gerade einige der hehrsten Hallen, so die Wiener Staatsoper oder das Moskauer Bolschoi-Theater (mit enormem Aufwand und Pomp erneuert und eröffnet), haben sich vor der Gegenwart immer weiter zurückgezogen, fungieren mit maximaler Platzausnutzung eher als Magnet fürs Touristengeld. Künstlerische Innovation ist da weniger gefragt.
Dann wieder gibt es Institutionen, die lange zumindest wenig Reise-Anreiz boten: Das Pariser Palais Garnier wie La Monnaie in Brüssel wurden erst durch Rolf Liebermann und Gerard Mortier aus einer Art Dornröschenschlaf erweckt. Während Metropolen wie Amsterdam oder Madrid nicht unbedingt Opernzentren waren, es aber mit dem Neubau des Muziektheaters, der Wiedergeburt ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Gerhard R. Koch
Zwei große Diven des letzten Jahrhunderts, Grace Bumbry und Gundula Janowitz, haben im vergangenen Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert. Beider Karrieren wurden von Herbert von Karajan nicht unwesentlich gefördert, aber ihre künstlerischen Wege haben sich nur selten gekreuzt, etwa 1963 bei einer Aufführung von Beethovens 9. Symphonie in Bayreuth unter Karl Böhm,...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung, B = Bühnenbild
K = Kostüme, C = Chor, S = Solisten,
P = Premiere, UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– La traviata: 2., 8., 28.
– Don Giovanni: 6., 19.
– Poulenc, Dialogues des Carmélites: 15. (P), 21., 29.; 5., 17., 20., 26....
Es gibt nichts, was Schuberts «Winterreise» sich nicht bereits hätte gefallen lassen müssen – von Matthias Loibners naiv naturalistischer Version für Drehleier und Sopran bis zu Hans Zenders «komponierter Interpretation» für Tenor und kleines Orchester, von den zahllosen szenischen Realisierungen ganz abgesehen. Jetzt hat der Pianist Maurice Lammerts van Bueren den...
