Das Orchester spricht
André Previn brachte es auf den Punkt: «Copland stand in Hollywood vor allem für eines: ‹weniger Noten›». Der vor den Nazis aus Berlin über Paris nach Amerika geflohene jüdische Emigrant wusste, wovon er sprach. Filmmusik war eines von Previns vielen Steckenpferden (der Jazz ein anderes), als Dirigent wie als Komponist hatte er sich immer wieder um die philharmonische Bespielung der Tonspur gekümmert. Und so war ihm nicht entgangen, dass die Bosse der großen Studios eine Vorliebe für die spätromantisch aufgedonnerten Partituren europäischer Zuwanderer hegten.
Erich Wolfgang Korngold oder Max Steiner waren die Stars der Branche, ihre gigantisch instrumentierten Schmachtfetzen galten als unverzichtbare Zutat, wenn auf der Leinwand geliebt, gelitten oder gejubelt wurde. Dann kam Aaron Copland, und der in Brooklyn geborene Spross russischer Einwanderer hatte die Nase gestrichen voll von der hypertrophen Gefühlssoße, die in den Kinos aus den Lautsprechern troff. Einfach sollte die Musik seiner Meinung nach klingen, schnörkellos, amerikanisch. Wie aus dem Leben gegriffen, dem Leben der kleinen Leute, an der Erfahrung des (Arbeits-)Alltags geschliffen.
Mit diesem bodenständigen Credo ...
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