d'Albert: Tiefland
Ob man die melodramatische Mär von dem glücklichen Bergburschen Pedro, der ihm in einem Tal der Tränen zugeführten Marta und deren Peiniger, dem Großgrundbesitzer Sebastiano, nun als deutsche Variante des Verismo feiert oder als Flachrelief eines Wagner-Epigonen abkanzelt – «Tiefland» bietet jede Menge Stoff für zupackende Solisten und Dirigenten. Die harmonische Substanz und die motivische Bandbreite der Partitur mögen sich in Grenzen halten, doch die Art, wie Eugen d’Albert seine Mittel einsetzt und variiert, verrät ein immenses Gespür für bühnenpraktische Effizienz.
Deshalb rührt das «Reißer»-Image des Stücks nicht nur von seiner dem Publikum unmittelbar zugänglichen Verständlichkeit; auch unter Sängern erfreut sich das gut einhundert Jahre alte Opus wegen seiner suggestiv gefügten Partien ungebrochener Beliebtheit.
Und so war es bei der ersten «Tiefland»-Expedition der Deutschen Oper am Rhein seit 1964 auch vor allem der musikalische Teil, welcher – alles in allem – im Duisburger Haus überzeugte. Vorweg die von Hans Wallat mit sicherem Sinn für das Cinemascope-Flair der Orchesterfaktur operierenden Philharmoniker. Prägnant, bodenständig, geradeaus steckten sie das ...
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