Buntes Welttheater
Zu einer deutschen Erstaufführung hatte es diesmal nicht gereicht, da war Frankfurt den Lübeckern zuvorgekommen, aber immerhin zu einer norddeutschen. Und zu dem Beweis, dass sich die 2005 in London uraufgeführte und seither nur an großen Bühnen erprobte Shakespeare-Adaption «The Tempest» von Thomas Adès durchaus auch als Repertoirestück für kleinere Häuser eignet. Wenn – ja wenn sie ein so auf den Punkt besetztes Ensemble zusammenbringen und einen so originellen, gleichzeitig werkbezogenen Regieansatz präsentieren können, wie das die Hansestädter an der Trave vermochten.
Regisseur Reto Nickler fand die richtige Balance zwischen gewichtigem Zauberspiel und federleichter Komödie. Auf dem von Hartmut Schörghofer entworfenen, weit in Richtung Zuschauerraum vorgezogenen Bühnenrund entfaltete er auf Prosperos Insel ein fantasievolles Strandleben in der Art einer Ferienkolonie. Doch auch die dunklen Schicksalstöne des Stücks kommen nicht zu kurz. Buntes Welttheater, vom brillant choreografierten orchestralen Sturm-Vorspiel (Martina Wüst) über gekonnt ausgemalte Kontraste in der Personenführung zwischen Komödiantik und Melancholie bis hin zum poesievollen Entsagungsschluss. Eine ...
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Au diable! Hoffmanns Verwünschung am Schluss hätte sich sehr wohl auch auf die neue Produktion seiner Opéra fantastique am Opernhaus Zürich beziehen können. Denn auch die Berufung auf die von Michael Kaye und Christophe Keck erstellte Fassung aus dem Jahr 2005 bewahrte sie nicht vor der zweimaligen Intervention des Teufels. Der ließ zunächst einen Tag vor...
Wieder einmal herrscht Endzeitstimmung in der Staatsoper Stuttgart. Wie schon in seiner Inszenierung des «Fliegenden Holländer» vor zwei Jahren (siehe OW 3/2008) stellt Calixto Bieito seine Auseinandersetzung mit Wagners «Parsifal» unter den Aspekt universeller Zerstörung. Den Zuschauer empfängt, noch bevor das Vorspiel einsetzt, eine apokalyptische Landschaft –...
Das Cover von Claudio Cavinas «Poppea»-Einspielung ist ein Akt posthumer Wiedergutmachung: Unter dem fett gedruckten Namen Claudio Monteverdis werden dort noch die venezianischen Komponisten Francesco Cavalli, Benedetto Ferrari und Francesco Sacrati als bislang identifizierte Miturheber des Erfolgsstücks aufgelistet, der letzte Posten in der Reihe lautet: «and...
