Britten: A Midsummer Night’s Dream
Kein Zauberwald, sondern ein Dachboden. Das ist der Raum, den Regisseur David McVicar und Bühnenbildner Rae Smith für die Brüsseler Neuinszenierung von Brittens «A Midsummer Night’s Dream» gewählt haben. Auf diesem Dachboden regieren Oberon, Tytania und ihre Elfen. Viele alte Kommoden, staubige Sessel und Schränke: Man wähnt sich in einem romantischen Kinderfilm. Der Vollmond scheint durch eine Dachluke. Hier treiben Puck und Oberon ihren Spuk.
Leider tun sie des Guten zu viel davon. Denn Brittens Oper, die 1960 in Aldeburgh uraufgeführt wurde, ist mehr als ein Märchen.
Die Shakespeare-Vorlage über Ehebruch hat scharfe und kritische Seiten. Hypokrisie, Gleichgültigkeit und Schadenfreude, die der Komponist und sein Librettist und Lebensgefährte Peter Pears sehr gut aus ihrem eigenen Leben kannten, werden in dieser komischen Oper thematisiert. In McVicars Hollywood-Version geht dies verloren. Schwach auch die Lösung des Theaterstücks, das von Bottom und seinen Handwerksleuten aufgeführt werden muss: Auf einmal schließt sich der Vorhang, und die Sänger stehen an der Rampe.
Oberon wird von Countertenor Michael Chance gesungen, der zwar einst in dieser Rolle Furore machte, ...
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