Bloß keine Langeweile
Mister Turnage, Sie haben vor rund zehn Jahren einen kurzen Beitrag für «Opera» geschrieben...
Wirklich? Daran kann ich mich gar nicht erinnern...
Die «Erzähl»-Oper, hieß es da, sei ein Auslaufmodell, eine Sackgasse. Viele dachten damals, «The Silver Tassie» nach Sean O’Casey sei die letzte Turnage-Oper. Jetzt haben Sie es doch wieder gemacht...
Das ist schon verrückt (lacht). Ich konnte mir lange nicht vorstellen, noch mal eine Oper zu schreiben. Geschweige denn eine, die eine Geschichte erzählt. Mit klar definierten Figuren, großem Chor und Orchester.
Mich interessierten offene Formen, eine spielerische Befragung traditioneller Muster und Techniken. Mir schwebte etwas vor, was ich in «Rosa» von Louis Andriessen und Peter Greenaway fand – ein Stück mit magisch wucherndem Plot und aufregender Musik, fantastisch, surreal, reflektiert und doch absolut zugänglich. Leider sind mir nie die richtigen Partner für ein solches Projekt über den Weg gelaufen.
«Anna Nicole» ist eine klassische «Erzähl»-Oper...
Zuerst wollten wir den Stoff stärker auffächern und verfremden. Zum Beispiel sollte ein altes Ehepaar aus dem Publikum heraus die Vorgänge auf der Bühne kommentieren. Der Mann sollte am ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Albrecht Thiemann
«…um Ihren Namen dreht sich die ganze Geschichte der Musik seit 10 Jahren, und bey jedem Musiker, den man jetzt zu besprechen hat, wird man unwillkürlich auf die Frage gerathen in welchem Verhältniß er zu der Meyerbeerschen Musik gestellt ist oder sich gestellt hat.» Heinrich Heines briefliche Bemerkung von 1842 gegenüber Giacomo Meyerbeer ist keine Schmeichelei,...
Um Heinrich Sutermeister (1910-1996) ist es still geworden. Dabei war der Schweizer in den 40er, 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein bekannter Komponist, dessen Oper «Romeo und Julia» (uraufgeführt 1940 unter Karl Böhm in Dresden, mit Maria Cebotari und alternierend Christel Goltz in der weiblichen Titelrolle) damals über zahlreiche Bühnen ging, und...
Chacun à son goût», lautet die Lebensmaxime des Prinzen Orlofsky. Der blasierte Lebemann, der sein Geld in vollen Zügen hinauswirft, langweilt sich und möchte endlich wieder einmal herzhaft lachen. Die Frankfurter Neuinszenierung von Christof Loy kann (und will) da keine Abhilfe schaffen. Selten wurde in einer Aufführung der «Fledermaus» so wenig gelacht wie an...
