Bewegung tut gut
Manchmal verdanken sich Entscheidungen, die eine ganze Branche umkrempeln, sehr banalen Umständen. Als der niederländische Elektronikriese Philips und sein japanischer Konkurrent Sony Anfang der achtziger Jahre die Entwicklung digitalisierter Aufnahme- und Wiedergabeverfahren so weit vorangetrieben hatten, dass sie kurz vor der Marktreife standen, gab es noch ein letztes Problem: Die Rivalen mussten sich auf ein gemeinsames Format für den neuen Tonträger einigen.
Über die Größe herrschte rasch Einvernehmen: Er sollte in jede Sakkotasche passen, der Durchmesser wurde deshalb auf elfeinhalb Zentimeter festgelegt. Für das Innenloch der Scheibe setzte man fünfzehn Millimeter an. Warum? Ein Philips-Ingenieur hatte für die Bohrung beim «Dubbeltje», der seinerzeit in Holland gebräuchlichen Zehn-Cent-Münze, Maß genommen. Ein drittes Kuriosum: Dass auf eine «Audio Compact Disc» bis zu vierundsiebzig Minuten Musik passen, sei, so die (vielfach bezeugte) Legende, allein auf die Klassikbegeisterung des damaligen Sony-Vizechefs Norio Ohga zurückzuführen: Der habe endlich mal Beethovens Neunte in einem Zug hören wollen – und zwar in den himmlischen Längen eines Wilhelm Furtwängler. Was ...
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Ivor Bolton hat vor allem als Barockspezialist Karriere gemacht – an Orgel und Cembalo sowie am Dirigentenpult. Seine Interpretationen zeichnen sich heute durch einen eminent persönlichen Stil aus. Er ist weit davon entfernt, bloß die jüngsten Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis zu exekutieren. Glucks «Iphigénie en Tauride» hat Bolton schon oft...
Dem Klischee, dass für die Partie der Amina in Bellinis «Sonnambula» Anmut und Agilität ausreichen, hat keiner energischer widersprochen als Felice Romani, der Librettist. «Auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat, als sei die Rolle leicht darzustellen, ist sie wahrscheinlich schwieriger als andere, die bedeutender wirken mögen.» Dass Amina und Norma...
