Bewegung tut gut

Albrecht Thiemann über Aufstieg und Niedergang der CD und die Krisenstimmung in der Plattenindustrie

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Manchmal verdanken sich Entscheidungen, die eine ganze Branche umkrempeln, sehr banalen Umständen. Als der niederländische Elektronikriese Philips und sein japanischer Konkurrent Sony Anfang der achtziger Jahre die Entwicklung ­digitalisierter Aufnahme- und Wiedergabeverfahren so weit vorangetrieben hatten, dass sie kurz vor der Markt­reife standen, gab es noch ein letztes Problem: Die Rivalen mussten sich auf ein gemeinsames Format für den neuen Tonträger einigen.

Über die Größe herrsch­te rasch Einvernehmen: Er sollte in jede Sakkotasche passen, der Durchmesser wurde deshalb auf elfeinhalb Zentimeter festgelegt. Für das Innenloch der Scheibe setzte man fünfzehn Millimeter an. Wa­rum? Ein Philips-Ingenieur hatte für die Bohrung beim «Dubbeltje», der seinerzeit in Holland gebräuchlichen Zehn-Cent-Münze, Maß genommen. Ein drittes Kuriosum: Dass auf eine «Audio Compact Disc» bis zu vierundsiebzig Minuten Musik passen, sei, so die (vielfach bezeugte) Legende, allein auf die Klassikbegeisterung des damaligen Sony-Vizechefs Norio Ohga zurückzuführen: Der habe endlich mal Beethovens Neunte in einem Zug hören wollen – und zwar in den himmlischen Längen eines Wilhelm Furtwängler. Was ...

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Opernwelt November 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 28
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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