Bekräftigung alter Maßstäbe
Was haben «Carmen» und «Don Giovanni» gemeinsam? Nichts. Wenn die jüngsten CD-Veröffentlichungen beider Opern an dieser Stelle dennoch gemeinsam gewürdigt werden, hängt das mit der Entstehung beider Produktionen zusammen. Im letzten Jahrzehnt sind neue Opern-Veröffentlichungen auf CD selten geworden, zugunsten der DVD. Meist handelt es sich (wie bei den Gergiev-Einspielungen aus London und St. Petersburg oder Marek Janowskis Wagner-Zyklus aus Berlin) um mitgeschnittene Live-Aufführungen.
Vor allem die Major-Labels haben, von einzelnen Aufnahmen abgesehen, um Studioproduktionen einen Bogen geschlagen. Ist es Zufall, wenn es sich bei den vorliegenden Neuerscheinungen nicht um (reine) Live-Mitschnitte handelt?
Berlins Philharmoniker haben bei den diesjährigen Salzburger Osterfestspielen ihre Abschiedsvorstellungen gegeben – mit Bizets «Carmen» und Magdalena Kozená in der Titelpartie (vgl. OW 5/2012). Nach Aufführungen im Großen Festspielhaus reiste der Tross nach Berlin; dort wurde das Werk unter Simon Rattles Leitung konzertant in der Philharmonie aufgeführt. Anschließend folgten die Aufnahmesitzungen für die nun vorliegenden zwei CDs. Dieses Modell ist nicht neu, wurde aber zuletzt ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Seite 42
von Christoph Vratz
Unterschiedlicher können Lebensschicksale nicht sein, als die von Lorenzo Da Ponte und Emanuel Schikaneder – dem 1749 im Juden-Ghetto des venezianischen Ceneda unter dem Namen Emanuele Conegliano geborenen Da Ponte und dem 1751 als Domestikensohn im bayerischen Straubing zur Welt gekommenen Schikaneder. Dass sie heute nicht vergessen sind, verdanken sie einzig...
Abschied
Ein Jahr vor ihrem Tod haben wir in ihrem Dresdner Intendantenbüro zusammengesessen. Es ging um die Semperoper, um Christian Thielemann, den sie gerade als Chefdirigent für die Staatskapelle gewonnen hatte, um Gott und die Welt. So war es immer, wenn man mit Ulrike Hessler sprach. Auf Kritik konnte sie auch mal dünnhäutig reagieren, aber sie war nie...
Mit «Émilie», Kaija Saariahos dritter Kollaboration mit dem Librettisten Amin Maalouf, hat das Lincoln Center Festival zum wiederholten Mal ein Stück importiert, dessen Stoff zwar kulturhistorisch interessant, aber nicht augenfällig für das Musiktheater geeignet ist. Die Produktion selbst bezieht ihren Glanz denn auch mehr von erlesenen Werbefotos als aus ihrer...
