Bekräftigung alter Maßstäbe
Was haben «Carmen» und «Don Giovanni» gemeinsam? Nichts. Wenn die jüngsten CD-Veröffentlichungen beider Opern an dieser Stelle dennoch gemeinsam gewürdigt werden, hängt das mit der Entstehung beider Produktionen zusammen. Im letzten Jahrzehnt sind neue Opern-Veröffentlichungen auf CD selten geworden, zugunsten der DVD. Meist handelt es sich (wie bei den Gergiev-Einspielungen aus London und St. Petersburg oder Marek Janowskis Wagner-Zyklus aus Berlin) um mitgeschnittene Live-Aufführungen.
Vor allem die Major-Labels haben, von einzelnen Aufnahmen abgesehen, um Studioproduktionen einen Bogen geschlagen. Ist es Zufall, wenn es sich bei den vorliegenden Neuerscheinungen nicht um (reine) Live-Mitschnitte handelt?
Berlins Philharmoniker haben bei den diesjährigen Salzburger Osterfestspielen ihre Abschiedsvorstellungen gegeben – mit Bizets «Carmen» und Magdalena Kozená in der Titelpartie (vgl. OW 5/2012). Nach Aufführungen im Großen Festspielhaus reiste der Tross nach Berlin; dort wurde das Werk unter Simon Rattles Leitung konzertant in der Philharmonie aufgeführt. Anschließend folgten die Aufnahmesitzungen für die nun vorliegenden zwei CDs. Dieses Modell ist nicht neu, wurde aber zuletzt ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Seite 42
von Christoph Vratz
Das auch im Denglischen gern benutzte Modewort «Package» steht im Operngeschäft für die Gesamtausstrahlung eines Sängers: Stimmtechnik, Timbre sowie Persönlichkeit und die Fähigkeit, sich zu «verkaufen». Wobei die beiden letzteren Eigenschaften gern verwechselt werden. Und es sind auch vor allem diese beiden, die häufig bei der Beurteilung von Sängern in den...
In den Medien gelte Kärnten nunmehr als «Land der Gauner und der Narren», klagte dieser Tage ein in die Politik gewechselter Journalist in einer renommierten Wiener Tageszeitung. Er spielte damit nicht nur auf die alljährlich vor allem die Stammtische erheiternde Fernsehübertragung des «Villacher Fasching» an, eine Art alpenländisches «Mainz, wie es singt und...
Selten ist im Vorfeld einer Premiere so viel schiefgelaufen wie jetzt im Mannheimer Nationaltheater bei Johann Christian Bachs «Temistocle», einer Reformoper, die 1772 in Mannheim uraufgeführt und seither kaum mehr gespielt worden ist. Ursprünglich sollte sie szenisch von Achim Freyer betreut werden. Als dieser sich entschied, als «Ring»-Regisseur einzuspringen,...
