Aus einem Totenhaus
Niederösterreich» heißt es im Text, auch der Name Natascha kommt vor (die mörderische Mutter der Protagonistin wird so genannt). Das könnte ein Indiz für Aktualitätssucht sein. Doch Georg Friedrich Haas und sein Librettist Händl Klaus beteuern, «Bluthaus», 2011 in Schwetzingen uraufgeführt (siehe OW 6/2011), dessen erweiterte Neufassung nun erstmals bei den Wiener Festwochen vorgestellt wurde, lange vor Natascha Kampusch und Josef Fritzl konzipiert zu haben. Die Realität habe die Fiktion überrollt.
Die Kolportage-Handlung schildert das Trauma der von ihrem Vater missbrauchten Nadja (Sarah Wegener, großartig wie schon in der Schwetzinger Uraufführung). Sie will das Haus verkaufen, da die Eltern plötzlich verstorben sind. Peu à peu erfährt man, dass es Mord und Selbstmord war. Nachbarn und Interessenten kommen. Die Schatten der Vergangenheit fallen schwer auf Nadja; Vater und Mutter (beeindruckend Otto Katzameier und Ruth Weber) treiben als Zombies weiterhin ihr Unwesen, und im misslungenen Sexualakt mit dem Makler (der Counter Daniel Gloger) wird die unveränderte erotische Bindung des Mädchens an den Vater offenbar. Schließlich bleibt die junge Frau allein und erstarrt im ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Gerhard Persché
So viel Lärm um Glyndebourne war wohl nie. Wie Donnerhall dröhnte es nach der ersten Premiere dieses Jahres über den lieblichen South Downs. Nicht, dass das seit 1934 auf einem Landgut in East Sussex veranstaltete Opernfestival seinen in Frack und Abendrobe anreisenden Habitués mit einem kühnen Programm zur 80. Sommersaison das Champagner-Picknick auf der Wiese...
Haben Sie sich die Zeit nach Ihrer Intendanz so vorgestellt?
Nee. Jedenfalls nicht so arbeitsreich. Ich hatte schon gehofft, etwas mehr Freizeit zu haben und das Zuhause genießen zu können. Ich bin fast genauso viel auf Reisen wie zu Sängerzeiten.
Man könnte sich auch dagegen entscheiden.
Ja, das stimmt wohl. Aber wenn man im Alter noch so gefragt ist, ist das schon...
Nach dem grandiosen «Nixon in China» im Jahr 2012 und dem eher wackligen «I Was Looking at the Ceiling and Then I Saw the Sky» im Jahr 2013 setzt das Pariser Théâtre du Châtelet seinen John-Adams-Zyklus fort: mit der französischen Erstaufführung von «A Flowering Tree», der bislang letzten, 2006 in Wien uraufgeführten Oper des amerikanischen Komponisten. Den...
