Aus einem Guss

Paris: Théâtre des Champs-Elysées: Vivaldi: Orlando Furioso

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Zwölf Jahre sind seit Robert Carsens und William Christies wundervoller «Alcina»-Produktion an der Pariser Oper nun schon vergangen. Und doch fühlte man sich jetzt an Renée Flemings damalige Leiden als machtlose Zauberin erinnert, die vor einer Phalanx makelloser Nackter in der Nacht ihrer Ohnmacht versank, welche ihr den Liebsten nicht mehr zurückholen konnte. Denn wieder stand in Paris, diesmal am Théâtre des Champs-Elysées, eine Alcina desillusioniert vor den amourösen Trümmern ihrer Magierinnenexistenz.

Jennifer Larmore brachte es anrührend fertig, vokale Abnutzungserscheinungen, eine flache Tonproduktion und abblätternde Klangfarben in Charaktergröße umzuformen. Da agierte und sang eine nicht mehr junge Frau, die sich für ihre Gefühle verzehrte.

Und wie damals bei der Händel-Oper schien hier alles aus einem Guss: Regie, Dirigat, das exzellente Ensemble. Gespielt wurde freilich eine der vielen anderen, aus Ariosts «Rasendem Roland»-Epos destillierten Musiktheatervarianten: Antonio Vivaldis «Orlando furioso» von 1727, dessen dritte, finale und reifste Annäherung an den Stoff. Längst gilt dieser «Orlando» zudem als die beste der inzwischen flächendeckend wiederentdeckten Opern des ...

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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Manuel Brug

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