Aus dem Leben eines Taugenichts
Ich habe einen Hang zur Faulheit. Meine neueste Lebensentscheidung kann man deshalb nur als Irrsinn bezeichnen. Ich geb jetzt nämlich auch den Regisseur. Warum denn nicht? Zwei wichtige Voraussetzungen bringe ich mindestens mit: eine ordentliche Portion Arroganz und ein schrilles Outfit für die Premiere.
Vorgestellt hatte ich mir das folgendermaßen: Inspirierende Treffen mit den Ausstattern, Wein in rauen Mengen. Inspirieren tue in der Hauptsache ich selbst, und zwar nach dem Motto: «Ich will dies!» oder «Ich will das!», und schon – Simsalabim! – krieg ich alles gebastelt.
In den Proben sitze ich mit meinem Kaffeebecher lässig am Regiepult. Ich brauche nur zwei, drei geistreiche Scherzchen zu machen, schon hat das Ensemble die Vision kapiert: Die Sänger stellen mir exakt die Show auf die Beine, die in meinem Kopf schon läuft. Und abends nach der Probe gehen wir alle richtig nett essen. Als Sänger passiert mir das praktisch nie. Aber jetzt, wo ich die Dinge selbst in der Hand habe ...!
Tja, da war ich schief gewickelt.
Inzwischen hat sich rausgestellt, dass meine Ausstatter keineswegs ihr ganzes Leben nach mir richten und nach meinen Geistesblitzen schmachten. Die haben allen Ernstes ...
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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Mal ehrlich, Seite 69
von Christopher Gillett
Zwölf Opern hat Charles Gounod geschrieben, dauerhafte Fortüne aber war nur «Faust», «Roméo et Juliette» sowie «Mireille» beschieden, jenen drei Werken also, in denen der Komponist die strikte Genre-Trennung des französischen Musiktheaters überwand zugunsten einer freieren, Lyrisches und Dramatisches mischenden Form. Seine Grand Opéras fielen schon bei ihren...
Nicht selten kommt man durch etwas ganz anderes ins Gerede als durch sein eigentliches Talent. Als Beispiel sei der Stinkefinger des Fußballers Stefan Effenberg erwähnt. So etwas wie einen visuellen Stinkefinger hat man auch dem russischen Bariton Evgeny Nikitin untergeschoben, in Form einer Swastika, die er sich als Schlagzeuger einer Heavy-Metal-Rockband auf die...
Welk sind die Blätter, Eis deckt die Seen, traurig ziehen die Vögel gen Süden. Traurig, denn der Norden ist ihre Heimat, seinem Himmel gilt ihre Sehnsucht. Jean Sibelius veröffentlichte das Lied «Norden» im Jahr 1917 als erstes seiner sechs Lieder op. 90. Ein schwedisches Gedicht seines Lieblingsautors Johan Ludvig Runeberg liegt ihm zugrunde. Es steht für alles,...
