Augenfutter

Sullivan: Die Piraten von Penzance am Gärtnerplatztheater München

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Kurz vor der Gebiss-Innenseite wird der Kampflaut der Freibeuter erzeugt, mit Flatterzunge und davorgeschaltetem Vokal. «Arrrrgh!», schreibt sich das und wird irgendwann auf Tafeln auch dem Publikum präsentiert.

Die Premierengemeinde zögert nur kurz. Wie überhaupt fast jede Nummer begeistert beklatscht wird und sich alle nach dem Schlusston zu standing ovations erheben. «Die Piraten von Penzance», zuletzt vor 15 Jahren am Gärtnerplatztheater herausgebracht, gehören einfach in Münchens Volksoper.

Was heute anders ist: Das angelsächsische Pendant zur «Fledermaus» bietet im heißen Herbst 2024 auch noch den perfekten Eskapismus.

Diesmal liegt die comic opera von Gilbert & Sullivan in vier britischen Händen. Adam Cooper, gelernter Tänzer und regieführender Choreograph, bemüht sich gar nicht um die Begradigung der Handlung – er treibt alles in die Revue. Anthony Bramall, Ex-Chefdirigent des Hauses und schon 2009 dabei, lässt das Orchester vorwiegend al dente musizieren, ganz ohne Überreizung, findet dabei aber auch Feines, Filigranes. Wenn mal dramatisch zugelangt wird, in jenen bei Verdi oder Weber geklauten Momenten, ist das Augenzwinkern mitzuhören.

Ein Piraten-Azubi, der zur ...

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Opernwelt Januar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Markus Thiel

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