Aufgedreht

Wagner: Götterdämmerung Leipzig / Oper

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So einem Siegfried begegnet man selten. Einem, der nicht nur über den ganzen Abend stark vor-, sondern kurz vor Schluss auch noch eine Spitzenleistung hinlegt. Atemlos lauscht man da, wie Thomas Mohr seinem Rollendebüt die Krone aufsetzt. Wie er als Wagners verstrickter Erlösungsrecke am von Hagen gereichten Gegengift zum Vergessenstrank nippt und sich plötzlich wieder an alles erinnert: an Mime, den Kampf mit Fafner, Brünnhilde.

Über vier Stunden hatte Mohr da die mörderische Heldenpartie bereits vermessen – und immer noch verfügt der Tenor über genug vokale Ressourcen, um die Szene souverän, mit substanziellem Schönklang zu gestalten. Die Imitation der Waldvogelstimme: vielleicht der Höhepunkt dieses Premierenabends der «Götterdämmerung» in Leipzig. Und das bedeutet umso mehr, als fast durchweg sehr stark gesungen wird. Auch Christiane Libor scheint als Brünnhilde keine Grenzen zu kennen, verströmt bis zum finalen «Starke Scheite schichtet mir dort» ihre Sopranglut, ohne auszubrennen. Ein Rollendebüt auch für die Berlinerin, die sich in Leipzig bereits als Ada, Isabella, Senta, Elisabeth, Eva und Sieglinde vorgestellt hat.

So ist er denn glücklich geschlossen, der neue «Ring» in ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Udo Badelt

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