Auferstanden aus Ruinen
Wie für viele deutsche Theater traf auch für die Dresdner Semperoper der Begriff «Stunde null» nicht nur in ideologischem, sondern auch in ganz praktischem Sinn zu. Die Staatskapelle war in den nahen Kurort Bad Brambach evakuiert worden, die Sänger waren in alle Winde zerstreut, und selbst ein intaktes Ensemble hätte sich in der zerstörten Stadt zunächst einmal einen neuen Auftrittsort schaffen müssen.
Umso erstaunlicher, dass bereits im Sommer 1945 der Betrieb mit Arien- und Sinfoniekonzerten wieder aufgenommen wurde und schon im August im Kurhaus Bühlau mit «Figaros Hochzeit» die erste Opernvorstellung über die Bühne ging. Wie zügig der Wiederaufbau unter dem aus Prag geflohenen neuen Chef Joseph Keilberth voranging, zeigen auch die Rundfunkaufnahmen, die Hänssler im Rahmen seiner Semperoper Edition jetzt aus diesen Jahren vorlegt: Mit Sängern wie der jungen Christel Goltz, Bernd Aldenhoff und Kurt Böhme besaß Dresden schon bald wieder ein Ensemble, dass an die Zeit vor der Zerstörung anknüpfen konnte.
Ganz neu ist diese Erkenntnis natürlich nicht: Die grandiose «Salome»-Gesamt-
aufnahme von 1948 unter Keilberth beispielsweise, aus der die Schlussszene in die Anthologie aufgenommen ...
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