Auf halbem Wege
Eine junge Frau hält einen Totenkopf in den Händen, betrachtet ihn eingehend, wirft ihn dann von sich; ein Kind fängt den mutmaßlichen Schädel auf, er entpuppt sich als Ball. Und wir haben uns täuschen lassen. Calixto Bieito punktet, führt mit einem konkreten, angemessen schillernden Bild in seine szenische Anverwandlung von Verdis «Messa da Requiem» ein. Mutter und Sohn spielen miteinander.
Doch liegt in diesem familiären Carpe diem nicht auch ein heimliches, die schlichte Idylle gefährdendes Memento mori? Muss der Kleine, der in der vom Regisseur erdachten Figurenkonstellation als Sohn von Sopransolistin und Bass erkennbar wird, womöglich eines frühen Todes sterben? Die dezidiert alltägliche Exposition dieser Veroperung einer Requiemmusik, die Hans von Bülow einst als «Oper im Kirchengewande» verspottete, lässt uns anregend heutige Bilder erwarten, lässt uns übers eigene Glauben, Hoffen und Zweifeln nachsinnen wie über jenes des mindestens kirchenkritischen Komponisten, der im finalen «Libera me» zwar um Erlösung fleht, ohne aber ein letztgültiges Versprechen auf ein ewiges Leben geben zu können. Über dem sanften utopischen Vorschein steht musikalisch ein in vierfachem Piano ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Peter Krause
«Diese Bilderbuchkarrieren, gibt’s die überhaupt?», fragte Doris Soffel im Gespräch mit «Opernwelt» einmal (siehe OW 9-10/2015). Ihre Antwort: «Nein! Es gibt nur Zickzack.» Mit entwaffnender Offenheit sprach da eine Mezzosopranistin, die vom Koloraturfach kommt, ihren internationalen Durchbruch nach neun Stuttgarter Ensemblejahren als Sesto in Mozarts «Tito»...
Vor einem halben Jahrhundert sind zwei Aufnahmen von romantischen Wagner-Opern entstanden, die den Stempel zweier großer Dirigenten tragen. Rudolf Kempe stand 1967 bei den Bayreuther Festspielen in «Lohengrin» am Dirigentenpult, Otto Klemperer leitete im Jahr darauf in den Londoner Abbey Studios eine Produktion des «Fliegenden Holländers».
Kempe, der im ersten...
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– The Medium: 5., 6.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Rossini, L’italiana in Algeri (Koproduktion mit Quincena Musical, San Sebastian u. Festival San Lorenzo del Escorial, Madrid): 4. (P), 5., 6., 9., 10., 11.
ML: Allemandi, I: Rechi,...
