Auf der Probebühne

New York, Bellini: La sonnambula

Opernwelt - Logo

Im Zuge der durch Maria Callas angestoßenen Wiederentdeckung von Bellini brachte die Met 1963 eine unverblümt altmodische Produktion von «La sonnambula» mit Joan Sutherland heraus. Die letzte Serie (November 1972) war mit Renata Scotto und Nicolai Gedda besetzt. Seitdem gab es in New York nur noch konzertante Aufführungen, zuletzt im Februar 2008 – eine vorzügliche Darstellung des Stücks in der Carnegie Hall, an der Eglise Gutierrez, Dmitri Korchak und Ferruccio Furlanetto mitwirkten.


Dieses Trio hätte mühelos die Solisten der neuen, unter dem Strich leider ernüchternden Met-Produktion an die Wand gesungen – selbst wenn man konzedieren muss, dass Juan Diego Flórez, dessen technisch exzellent geführte Stimme nicht das wunderschöne Timbre Korchaks hat, als Elvino eine phänomenale Leistung ablieferte. Flórez erhielt nach seinem brillant vorgetragenen «Ah, perché non posso odiarti» zu Recht die längsten Ovationen.
Das Hauptproblem war die unausgegorene Inszenierung Mary Zimmermans. Natalie Dessay hat sich schon einmal mit «La sonnambula» beschäftigt – 2004 an der Santa Fe Opera, wo sie bereits mit Evelino Pidò zusammenarbeitete, demselben uninspirierten, gefälligen Dirigenten, der nun im ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2009
Rubrik: Panorama, Seite 47
von David Shengold

Vergriffen
Weitere Beiträge
Aus einem Guss

«Was für ein abscheulicher Stoff, nicht ein gutes oder edles Gefühl darin!» So charakterisierte Alexander Puschkin die Geschichte vom ukrainischen Kosaken-Hetman Iwan Mazeppa, die zur Grundlage seines großen Versepos «Poltawa» wurde. In der Tat: Mazeppa, der schon zur Zeit Peters des Großen eine unabhängige Ukraine anstrebte, ist eine zwielichtige Figur. Im Großen...

Starttheater für den Markt

In der stattlichen Diskografie von Puccinis «Madama Butterfly» nehmen die Produktionen der EMI vordere Plätze ein. Fast unerreicht in ihrem unsentimentalen, fast schroffen Habitus ist Gianandrea Gavazzenis Mono-Einspielung von 1954 mit Victoria de los Angeles und Giuseppe di Stefano. Herbert von Karajans klangsinnlichere Version aus dem folgenden Jahr, mit Maria...

Diesmal fehlt die Magie

Es sah nach Erfolgsrezept aus. Hatte der Schweizer Regisseur Jarg Pataki doch in der vergangenen Spielzeit am Theater Freiburg gleich mehrere Publikumsmagnete (siehe OW 5/2008) verantwortet: Kafkas «Prozess», Puccinis «Madama Butterfly» und vor allem die spartenübergreifende Produktion von Ibsens «Peer Gynt» mit Griegs kongenialer Schauspielmusik. Dort war es zumal...