Auf der Probebühne
Im Zuge der durch Maria Callas angestoßenen Wiederentdeckung von Bellini brachte die Met 1963 eine unverblümt altmodische Produktion von «La sonnambula» mit Joan Sutherland heraus. Die letzte Serie (November 1972) war mit Renata Scotto und Nicolai Gedda besetzt. Seitdem gab es in New York nur noch konzertante Aufführungen, zuletzt im Februar 2008 – eine vorzügliche Darstellung des Stücks in der Carnegie Hall, an der Eglise Gutierrez, Dmitri Korchak und Ferruccio Furlanetto mitwirkten.
Dieses Trio hätte mühelos die Solisten der neuen, unter dem Strich leider ernüchternden Met-Produktion an die Wand gesungen – selbst wenn man konzedieren muss, dass Juan Diego Flórez, dessen technisch exzellent geführte Stimme nicht das wunderschöne Timbre Korchaks hat, als Elvino eine phänomenale Leistung ablieferte. Flórez erhielt nach seinem brillant vorgetragenen «Ah, perché non posso odiarti» zu Recht die längsten Ovationen.
Das Hauptproblem war die unausgegorene Inszenierung Mary Zimmermans. Natalie Dessay hat sich schon einmal mit «La sonnambula» beschäftigt – 2004 an der Santa Fe Opera, wo sie bereits mit Evelino Pidò zusammenarbeitete, demselben uninspirierten, gefälligen Dirigenten, der nun im ...
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