Apropos ... Väter: Bo Skovhus

Eigentlich haben ihn Vaterrollen in der Oper nie interessiert. Sagt er. Sogar seinem Freund Peter Konwitschny gab Bo Skovhus kürzlich einen Laufpass, als der ihn als Germont père haben wollte. Ganz ohne Bühnenväter geht es aber doch nicht. Nun wird der dänische Bariton erstmals Reimanns Lear singen. Die Premiere der Neuproduktion an der Hamburgischen Staatsoper ist für den 15. Januar geplant.

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Herr Skovhus, mit Aribert Reimanns «Lear» in Hamburg rücken Sie abrupt ins Großvaterfach vor.

Na ja, Fischer-Dieskau war 53 Jahre alt, als er den «Lear» uraufgeführt hat. Ich bin vier Jahre jünger, als er es damals war. Allerdings ist Lear, wie Sie wissen, überhaupt kein Großvater. Seine Töchter haben ihm keine Enkelkinder geschenkt. Er ist Vater. Testfrage bestanden?

Mit Bravour. Trotzdem ein später Wechsel?
Kann man sagen. Die Väter auf der Bühne haben mich nie interessiert. Vaterfiguren sind immer so sehr auf die eigene Vaterrolle festgelegt.

Bei Lear ist das etwas anderes. Sobald er die Macht abgegeben hat, ist er nur noch im Weg. Er soll möglichst rasch sterben. Das war offenbar damals genau so wie heute.

Ist die Partie so gefährlich zu singen, wie sie klingt?
Es ist keine Riesenpartie wie etwa Mandryka. Lear singt auch nicht ständig Forte. Am schönsten sind die leisen Stellen im Dialog mit Cordelia. Trotzdem ist es so viel Arbeit, dass man in derselben Zeit drei normale Partien lernen könnte. Ich hoffe, dass ich den Lear später noch öfter singen kann. Und dass ich nicht wie ein uralter Mann ausstaffiert werde. Ich habe ja nichts gegen langes Greisenhaar. Aber voll sollte es ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Kai Luehrs-Kaiser

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Spielpläne

Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung

Deutschland

Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Konzert (Bosch): 1., 2.
• La Voix humaine/Il combattimento
di Tancredi e Clorinda: 5., 18., 29.
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