Apropos .... Schubert
Herr Goerne, Ihr neues Schubert-Album hat den Titel «Nacht und Träume». Wovon träumen Sie?
Ich träume nur sehr selten. Und nie von Musik – weder im Positiven noch als Stresssituation.
Schubert war ja eigentlich ein Tagmensch und hat am liebsten morgens komponiert. Was bedeutet in seinen Liedern die Nacht?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal bezeichnet sie die dramatische Situation der Finsternis und steht für Untergang, dann gibt es aber auch Lieder, in denen die Nacht Schutz bietet – zum Beispiel für eine geheime Liebe.
Man darf Komponisten ja nicht immer trauen. Manchmal komponieren sie etwas ganz anderes, als der Text sagt. Ist Schubert auch so ein Fall?
Nein, das Faszinierende an Schubert ist für mich gerade, wie exemplarisch er den Gehalt eines jeden Gedichts vertont. Da ist für mich immer absolute Aufrichtigkeit und Respekt dem Text gegenüber. Ganz anders als bei Schumann, der oft assoziativ mit den Texten umgeht und beispielsweise ernst gemeinte Texte ironisiert oder psychologisierend zuspitzt.
Sie haben sich für Ihr CD-Projekt durch alle 600 Schubert-Lieder geackert. Welche Kriterien waren letztlich bei der Auswahl ausschlaggebend?
Natürlich ist jede Auswahl subjektiv. Aber ich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Jörg Königsdorf
Auf den ersten Blick eine bestechende Idee: Aus den im Orient verschleppten Europäern der Mozart-Oper werden an der Vlaamse Opera Touristen, die irgendwo zwischen Algerien und Jemen Terroristen in die Hände fallen. Was daraus folgen müsste, wäre eine komödiantische Variante des clash of civilizations. Es stellt sich jedoch bald heraus: Die Orient-Klischees des 18....
Der schädigende Zwischenruf kommt aus dem recht schütter besetzten Block H. «Mikro, Rolando», schallt eine energische Frauenstimme quer durch die Berliner Philharmonie. Und leider bleibt sie nicht einsam, diese Stimme. Mehrere Besucher, die neben ihr sitzen, schließen sich der verbalen Protestresolution an und sorgen damit für einen etwas zu langen Augenblick jenes...
Die Anmutung erinnert an ein Renaissance-Gemälde: die klaren Linien und Proportionen, die Harmonie der Formen und Farben, die Überfülle der Details, der souverän überschauende Blickpunkt. Das fotografische «Porträt» des Auditoriums im Gran Teatre del Liceu wirkt wie eine Komposition, wie das Werk eines Künstlers, der seinen Gegenstand mit den Augen des Architekten...
