Apropos... Diversität

Dass es sie einmal zur Oper ziehen würde, war keineswegs ausgemacht. Während der Schulzeit hatte J’NAI BRIDGES anderes im Sinn als Verdi oder Puccini, Bizet oder John Adams. Inzwischen zählt die amerikanische Mezzo­sopranistin zu den interessantesten jungen Stimmen. In diesem Monat gibt sie in Zürich ihre erste Preziosilla («La forza del destino»), in der kommenden Saison folgen Kasturbai in Glass’ «Satyagraha» an der Los Angeles Opera, Josefa in der Amsterdamer Reprise von Adams’ «Girls of the Golden West» und ihr Carmen-Debüt in San Francisco.

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Frau Bridges, Sie wollten mal Basketball-Profi werden. Letztlich haben Sie sich für eine Sängerkarriere entscheiden. Ist Singen Leistungssport?
Aber sicher. Es geht da natürlich nicht so athletisch zur Sache wie beim Training oder im Spiel auf dem Feld. Doch auch auf der Bühne muss man Höchstleistungen bringen. Ich war nie mit Mittelmaß zufrieden, auch früher nicht im Sport.

Was hat Sie vom Ballsport zum Opernzirkus gezogen?
Na ja, Musik war eigentlich ein ständiger Begleiter. Ich habe im Kirchenchor und im Schulchor gesungen.

Irgendwann riet mir die Leiterin, Gesangsunterricht zu nehmen. Da dachte ich, warum nicht?

Und es machte sofort «klick»?
Das kann man so sagen. Schon während der ersten Stunden spürte ich, dass etwas in Bewegung kam. Da war ich angestochen. Ich weiß nicht einmal, was genau das war. Dann ging alles rasend schnell: Mit 18 wurde ich an der Manhattan School of Music aufgenommen. Das war wie ein Traum. Studieren in New York! Mir war damals gar nicht bewusst, was ich da machte. Aber es fühlte sich gut an, ich lernte schnell, hatte die Unterstützung meiner Eltern. Die nächste Station war das Curtis Institute in Philadelphia, nach dem Abschluss bekam ich gleich ein ...

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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Magazin, Seite 87
von Albrecht Thiemann

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