Apropos... Bloß keine Rituale
Wie kommt man als Hörgeräte-Akustikerin auf die Opernbühne?
Das war eher ein Ausflug, den Beruf finde ich übrigens noch immer interessant. Die Leidenschaft für den Gesang hatte ich im Schulchor entdeckt und merkte schon da, dass mir beim Singen keine Probenzeit zu lang ist. Ich habe mich trotzdem für die Lehre entschieden, weil ich bei den Aufnahmeprüfungen für Gesang durchgerasselt war.
Auch weil es Irritationen oder Fehleinschätzungen wegen Ihrer vergleichsweise großen Stimme gab?
Das ist ja immer schwer einzuschätzen, gerade bei einer Stimme, die nicht in den nächsten fünf, sechs Jahren auf ihrem Höhepunkt sein wird. Letztlich schaffte ich die Prüfung mit Rollen wie Tschaikowskys Jeanne d’Arc oder Dalila von Saint-Saëns. Die haben gezeigt, dass da noch so etwas wie ein Nachbrenner kommen kann.
Wie schwer war das Warten für Sie?
Ich hatte Glück, dass ich von der Hochschule weg an die Staatsoper Hannover engagiert wurde. Suzuki, Maddalena, dritte Dame, das hilft einer Anfängerin sehr. Gleichzeitig war ich froh, dass ich nie überfordert wurde. Der Wechsel nach München bedeutete, dass man nicht gleich an größere Partien kommt, sondern in Sachen Qualität einen Schritt nach vorn tut. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel
Im Grunde erzählt sie eine traurige Geschichte, diese Komödie oder, wie der Untertitel verheißt, dieses Ballet bouffon. Da wird einem hilflosen Wesen übel mitgespielt, und alle Welt lacht sich kaputt. Uraufgeführt wurde das Werk 1745 in Versailles anlässlich der Hochzeit des Dauphins Louis mit der spanischen Infantin Maria Theresia, die – was im Blick auf den...
Der Mann im rotbraunen Samtsakko mit Fliege zündet sich zum Schluss genüsslich einen Glimmstengel an und hört mit sarkastischem Lächeln, wie die anderen ihn verabschieden. «Questo è il fin di chi fà mal», dies sei das Ende von jemandem, der Böses tue, behaupten sie. Weswegen der Mann im Samtsakko (es ist, erraten, Don Giovanni) sie dann auch in den Orkus schickt....
Es gab eine Zeit, da schlug kein Star am Wagner-Himmel eine Gelegenheit zum Auftritt in Buenos Aires aus. Lotte Lehmann, Lauritz Melchior, Birgit Nilsson oder Wolfgang Windgassen – sie alle gastierten am Río de la Plata. Heute scheint das kaum mehr vorstellbar. Auch wenn sich das Teatro Colón inzwischen wie die Gralsgemeinschaft im «Parsifal» zu erneuern sucht –...
