100. Todestag Franz Kafka
Die Exegese seiner literarischen Texte und Briefe füllt ganze Regale. Kaum ein bedeutender Autor der Moderne wurde so häufig unters Mikroskop gelegt wie Franz Kafka, dessen 100. Todestag wir in diesem Jahr begehen, kaum einer – Samuel Beckett vielleicht ausgenommen – ließ derart viele unterschiedliche, sich zum Teil sogar deutlich widersprechende Deutungen zu. Kafka bleibt nach wie vor das große Rätsel, war es sich selbst ja ein (vergleichsweise kurzes) Leben lang.
Ein Schreibender, der noch im Schreiben mit seinem Sosein rang, der sich im Grunde beständig auf der Flucht vor der Welt und deren für ihn idiosynkratischen und intrikaten Entitäten befand und letztlich nur in seiner Literatur Zuflucht fand. Diese «Welt» der Wörter müssen wir, so sie eine klingende wäre, uns als eine dissonante vorstellen, als ein Sammelsurium aus herben Clustern mit enormer Reibungsfläche (wie sie auch in allen Kafka-Vertonungen aufscheint), als einen Ort, an dem jegliche énergie créatice binnen Sekunden verdampfte und sogar derjenige, der sie herbeisehnte, die Waffen letztlich schon gestreckt hatte, bevor der Kampf überhaupt begann. Beleg mag ein lakonisch-resignativer Tagebucheintrag Kafkas sein: «Im ...
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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: 100. Todestag Franz Kafka, Seite 144
von
Es sind zwei Bühnenwerke jüdischer Komponisten, die in jüngerer Zeit auf die Spielpläne der Opernhäuser (zurück-)drängen: Fromental Halévys «La Juive» aus dem Jahr 1835 und die 1968 vollendete «Passashirka» («Die Passagierin») von Mieczysław Weinberg. Beide Werke stellen Auseinandersetzungen mit christlichem Antijudaismus und rassistischem Antisemitismus und dem...
Silvia Adler
DARMSTADT
Opernwelt
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2. Catherina Forster als Walküre in Athen; Alyona Rostovskaya in Wiesbaden. Ihr lyrischer Sopran besitzt eine phänomenale Ausdruckskraft
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Nicht jedes zeitgenössische Musiktheater ist zwingend auch ein Musiktheater für Zeitgenossen und -genossinnen. Manche Stücke erliegen zu sehr der Ambition, als rein ästhetische Schöpfungen wahrgenommen werden zu wollen; ihnen fehlt der nötige gesellschaftliche Bezug, sie sind, und das nicht unbedingt im besten Sinne des Wortes, L’art pour l’art. Blättert man in...
