Anrufung, Huldigung, Ermahnung

Francesca Aspromonte gestaltet Opernprologe des Frühbarock als veritable Mini-Dramen

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Die 26-jährige italienische Sopranistin Francesca Aspromonte, die sich in der Alte-Musik-Szene bereits einen Namen gemacht hat, legt mit dieser CD ihr Debütalbum vor und beeindruckt vom ersten bis zum letzten Ton. Sie besitzt eine warme, dunkel timbrierte Stimme von individueller Qualität, ist technisch versiert, singt mit gezügeltem, stets bewusst eingesetzten Vibrato, aber dennoch rundem Ton und ist als Muttersprachlerin der deklamatorischen Phrasierung des italienischen Frühbarock glänzend gewachsen.

Originell auch die Zusammenstellung ihres speziell auf den Opernprolog konzentrierten Programms – elf Musiknummern, die sich über das gesamte 17. Jahrhundert, von Giulio Caccini und Claudio Monteverdi bis zu Alessandro Scarlatti erstrecken.

Den Anfang machen «La Tragedia» und «La Musica», die allegorischen Verkörperungen des gesungenen Dramas in Caccinis «L’Euridice» bzw. Monteverdis «L’Orfeo». In weiteren Opern sind es die Musen, Götter wie Amor, Iris, Venus oder Tugenden, Städte und sogar Nationen wie La Gloria Austriaca mit ihrer Herrscherhuldigung an Kaiser Leopold I. in Pietro Antonio Cestis «Il Pomo d’oro», die sich mit Lob und Dank direkt an die adligen Auftraggeber wenden, ...

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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 36
von Uwe Schweikert

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