«... and make our garden grow»

Das Glimmerglass Festival wird 40 Jahre alt – und begeht das Jubiläum mit Bernsteins «Candide», Mozarts «Zauberflöte», Verdis «Macbeth» und Vivaldis «Catone in Utica»

In seiner 40. Saison bot das Glimmerglass Festival in sämtlichen Produktionen Bemerkenswertes. Leonard Bernsteins «Candide» wurde, seit die Uraufführung 1956 zum Flop geriet, bereits in zahlreichen Bearbeitungen aufgeführt. In Glimmerglass kombinierte man jetzt eine Fassung der Scottish Opera (1988) und das Textbuch von John Caird (1999).

Die Inszenierung nahm Festivalchefin Francesca Zambello – es ist ihre fünfte Saison – natürlich selbst in die Hand, und gemeinsam mit ihrem Musikdirektor Joseph Colaneri glückte ihr eine temporeiche, dabei vergleichsweise dunkle und nuancierte Produktion.

Andrew Stenson ist mit seinem zuckersüßen Tenor die perfekte Wahl für den naiven Candide, der trotz einer wahren Katastrophenflut hartnäckig an der optimistischen Lehre seines Mentors Dr. Pangloss festhält. Candides heißgeliebte Kunigunde darf dank der temperamentvollen Sopranistin Kathryn Lewek einmal mehr sein als das übliche Hohlköpfchen. Der Schauspieler David Garrison brachte Spannung in die langen Passagen aus Narration und Voltaire’scher bzw. Pangloss’scher Philosophie, Marietta Simpson besaß als Alte Dame beachtliche Bühnenpräsenz. Exzellent der Chor und die Tänzer. Für das Bühnenbild ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 93
von Heidi Waleson

Weitere Beiträge
Passion für Verdi

Beim letzten und bisher einzigen Mal Oper waren die Beteiligten reif für die Kollektivbeichte. Ausgerechnet hier, wo das Leiden des Herrn seit einem Pestgelübde nachgestellt wird, ließ Salome ihre sieben Schleier fallen – damals, 1996, im Rahmen der Richard-Strauss-Tage und als Besuch des Mariinsky-Theaters mit Valery Gergiev. Nur alle zehn Jahre das Theater zur...

Infos

Abschied

Er war zunächst Autolackierer und besaß einen eigenen Betrieb in seiner Heimatstadt Graz, bevor er sich 1960 zu einem Gesangsstudium entschloss und bereits vier Jahre später als Graf Almaviva in Rossinis «Barbier von Sevilla» debütierte. Von 1967 bis 1969 war Josef Hopferwieser am Opernhaus Essen engagiert, dann von 1969 bis 1973 festes Ensemblemitglied der...

Mal ehrlich: Leben als Lachnummer

Man sagt ja, Kriminelle kehren immer an den Ort ihres Verbrechens zurück. Wie jemand so blöd sein kann, war mir zwar immer schleierhaft. Aber es stimmt. Gilt auch für mich. Das muss ich jetzt einsehen. Offenbar ist mein krimineller Instinkt bloß ein bisschen lahm – ich habe mir 24 Jahre Zeit gelassen, bevor ich wieder in Aix aufschlug.

Als wir 1991 mit Brittens...