Alles giert nach Wirkung
Die inzwischen fast zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie hat für die Musiktheater Italiens zwei Trends verschärft, die sie vorher noch ein wenig aus der Ferne wahrgenommen hatten. Vor der Pandemie schien das allmähliche Altern des Publikums und das Abbröckeln der Nachfrage ein Problem, das man jedoch glaubte, vor allem mit Mitteln der Spielplanpolitik, lösen zu können. Nachdem die Theater wieder voll besetzt werden dürfen, sind indessen viele der früheren Zuhörerinnen und Zuhörer nicht zurückgekehrt. Berichtet wird von Einbrüchen von zehn bis 40 Prozent.
Gleichzeitig ist es einfacher geworden, die Produktionen den Menschen per Streaming nahezubringen, und die Theater haben entdeckt, dass es für solche Angebote eine Nachfrage gibt.
In seiner Saisoneröffnung am 7. Dezember hat das Teatro alla Scala nun medial wie ästhetisch Konsequenzen gezogen. Verdis «Macbeth» wurde analog für das Publikum im Saal gegeben, parallel gab es Versionen speziell für die international angebotene Fernsehübertragung und digitale Medien. Im Saal waren mit sieben Aufführungen bis zu 14.000 Leute zu erreichen. Die Fernsehübertragung wurde am Premierenabend allein in Italien von mehr als zwei Millionen ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Klaus Georg Koch
Der Titel dieses kleinen, feinen Bandes führt, wiewohl absichtsvoll, in die Irre. Richard Wagner war vieles, ein Anthroposoph war er gewiss nicht. Udo Bermbach will ihm derlei Weltsicht auch keineswegs andichten. Sein plausibler Angang in der Studie «Der anthroposophe Wagner» zeigt vielmehr einen Sonderweg in Sachen Wagner-Rezeption und beleuchtet den...
alpha
13.02. – 21:45 Uhr
Gluck: Alceste
Bayerische Staatsoper, 2019
ML: Manacorda, I: Cherkaoui, S: Röschmann, Castronovo, Nagy
arte
31.01. – 00:00 Uhr
Christian Thielemann dirigiert die Wiener Philharmoniker
Salzburger Festspiele, 2021
Das Konzert präsentiert ein (spät-)romantisches Programm: Bruckners Symphonie Nr. 7; die Mezzosopranistin Elīna Garanča...
Märchen fragen nicht nach stringenter Handlungslogik, sondern nach dem tieferen Sinn und ebensolcher Erkenntnis. Sie schaffen Raum für Fantasien. Insofern passen die beiden Musiktheaterwerke, die die Oper Graz kurz nach dem neuerlichen Lockdown in einem Kraftakt an zwei aufeinander folgenden Abenden präsentierte, durchaus zusammen; auch wenn sie ihrer Entstehung...
