«Al gran sole carico d’amore»

im Heizkraftwerk Berlin

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In Jürgen Flimms kurzer und kompromissreicher Salzburger Festspielintendanz war es einer der wenigen Lichtblicke: Luigi Nonos so inniges wie monumentales Revolutions-Requiem «Al gran sole carico d’amore», von der Britin Katie Mitchell 2009 in die Felsenreitschule gewuchtet. Von einer «Sensation» schrieb damals «Die Zeit», die «Süddeutsche» war «begeistert», und die F.A.Z. würdigte eine «multitaskend kurzweilige und zugleich opulent kulinarisch wirkende» Produktion. Nun, als Intendant der Staatsoper, holt Flimm sie nach Berlin.

Nicht ins kleine Schiller Theater, sondern ins Heizkraftwerk Mitte. Nach dem Mauerbau wurde das östliche Zentrum der Stadt von dort mit Wärme versorgt. Seit fünfzehn Jahren steht der Betonkoloss funktionslos an der Spree: dreißig Meter hoch und durch Stahlsäulen fast kathedralenartig in drei Schiffe geteilt. Daraus eine Spielstätte, wenn schon nicht für Oper so doch – viel komplizierter – für Nonos antinarratives Bewusstseinstheater zu machen, war teuer. Eine Viertelmillion haben allein die Freunde und Förderer der Staatsoper beigesteuert. Weitere 215 000 Euro stammen aus dem Hauptstadtkulturfonds. Darin liegt Sprengstoff: Eigentlich ist dieser Fonds für die ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Stephan Mösch

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