Abfilmen reicht nicht
Herr Wittersheim, die Ästhetik von Musiksendungen im Fernsehen hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Wie würden Sie die aktuellen Maßstäbe von ARTE vor diesem Hintergrund beschreiben?
Wir arbeiten vor allem mit drei Formaten: Opernübertragungen, Konzerte, Dokumentationen. Um mit Letzterem anzufangen: Unser Ziel bei Dokumentationen ist, eine Geschichte für die Zuschauer zu erzählen. Es ist nicht damit getan, ein Kurzinterview mit einem Künstler zu drehen und zwei, drei Proben mitzuschneiden.
In Dokumentationen stecken viel Arbeit und Vorkenntnisse der Filmregisseure. Don Kent, Bruno Monsaingeon oder Enrique Sánchez Lansch sind gute Beispiele dafür. Andererseits soll keine Fachsimpelei herauskommen, sondern etwas Nachvollziehbares, auch für ein größeres Publikum. Es geht darum, Kunst und Künstler zu respektieren, nicht, sie anzupreisen oder zu vermarkten. Ich denke allerdings, Dokumentationen sollten auch aktuell sein. Oper und Konzert – das ist Musikleben von heute, die Künstler sind Menschen von heute. Wir porträtieren also auch junge Künstler. Nostalgie, zum Beispiel unsere Sendung über Maria Callas, ist schön und wichtig, aber sie braucht ein Gegengewicht. Bei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
2008 steht ein Puccini-Jahr bevor, Anlass genug für das kleine, aber künstlerisch rege Coburger Landestheater, die unverwüstliche «La Bohème» aufs Programm zu setzen. Regisseur Detlef Altenburg und sein Ausstatter Manfred Dittrich verlegen die Szenen aus dem Künstlerleben in die Gegenwart: Erstes und letztes Bild zeigen die heruntergekommene Atelierwohnung von...
m Schluss der neunzigminütigen Aufführung stolperte Hans Neuenfels wie ein großes Kind auf die Bühne des Basler Theaters: als wollte und könnte er die Begeisterung des Publikums nicht recht begreifen. Das Ritual, das sonst allerorten die Premieren beherrscht – Beifall für die Solisten und den Dirigenten, Buhs für das Regieteam – war an diesem Abend außer Kraft...
Es ist schon verwunderlich, dass über Gottlob Frick, den König der deutschen Bassisten der Nachkriegszeit, bis dato zwar eine Fülle von Einzeldarstellungen existierten, aber keine Biografie zur Verfügung stand. Jetzt allerdings ist dieser Mangel behoben durch den im Stieglitz-Verlag erschienenen Titel «Der Sängerfürst» von Klaus Günther, der zum diesjährigen...
