L'art pour l'art
Der Teufel trägt Prada? Mitnichten. Zumindest nicht im Baden-Badener Festspielhaus. In Webers «Freischütz» bestimmen die Amsterdamer Couturiers Viktor & Rolf, wo’s lang geht – mehr noch als der Regisseur und Bühnenbildner Robert Wilson, und das will ja etwas heißen.
Man könnte diese Zeilen spielend mit der Beschreibung dessen füllen, was ihrer auch sonst schon überaus barocken, überaus theatralischen Fantasie entspross und durch den glitzernden Perlenschmuck aus Swarovskis Tiroler «Kristallwelten» einen zusätzlichen, so extravagant luxuriösen wie fast schon grotesken Kick bekam.
Da sieht der Leibhaftige, sieht der Sonnenbrillenpunk Samiel aus wie ein leuchtend roter Zackenblitz. Da mutet die Braut Agathe wie ein üppig ausladendes lebendes Blumenstück an, ihr unglückseliger Max mit seiner Blätterwerkweste wie ein Baum. Kurz: überbordende, bizarre Einfallsfülle, wohin das unentwegt beschäftigte Auge schweift – Schnörkel, Rüschen und Faltenwurf im Quadrat, bis hin zum Finale ganz in himmlischem Unschuldsweiß, hin zur Utopie vom Sieg des Guten über das Böse, das kurzerhand vom Bühnenboden verschluckt wird. Zu schön, um wahr sein zu können. Ein Kostümfest zum Thema «Freischütz», das ein ...
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Die Sache ist heikel. Das Libretto nach einem Buch des japanischen Nobelpreisträgers Yasunari Kawabata erzählt die Geschichte eines Freudenhauses, das alten Männern ein besonderes Vergnügen bietet. Sie dürfen die Nacht im Bett mit einem sehr jungen, in Tiefschlaf versetzten, unbekleideten jungen Mädchen verbringen. Erlaubt sind keine Berührungen, nur Gedankenflüge....
Zu Händels Lebzeiten eine seiner meistgespielten Opern, hat der 1727 uraufgeführte «Admeto» bisher nur eingeschränkt vom großen Händel-Revival profitieren können. Zwar erschien schon in den siebziger Jahren eine Gesamtaufnahme auf historischen Instrumenten, doch eine Breitenwirkung ging von dieser Einspielung ebenso wenig aus wie von gelegentlichen...
In der Hölle ist alles ganz anders. Die Tuba, sonst eher für klangliche Grundierung zuständig, rückt zum Melodieinstrument auf, wenn man denn ihre bizarre Tonfolge als solche hören will. Die Streicher, sonst eher für melodischen Schmelz zuständig, wispern irisierend. Ein Klanggespinst ohne Mitte, in dem sich Akkorde verschieben, bevor man sie überhaupt wahrgenommen...
