Opernhaus des Jahres
Eine so vielseitige Spielzeit hat selbst Gerard Mortier in Brüssel nur selten hinbekommen: Neben der Uraufführung von Hosokawas «Matsukaze» (szenisch betreut von Sasha Waltz) sorgte La Monnaie 2010/11 für die glanzvolle Rehabilitierung von Meyerbeers «Les Huguenots»; Andrea Breth setzte sich erstmals mit Janácek auseinander; Romeo Castellucci gestaltete den «Parsifal» als Stück der Extreme. Unter den Dirigenten die Besten ihres Fachs wie Hartmut Haenchen und Marc Minkowski. Die Besetzungen stets handverlesen, genau auf die Stilistik der Stücke und auf den Raum abgestimmt.
Vor allem aber: Teamarbeit, lange im Voraus geplant und genutzt. Keine Frage: Unter der Leitung von Peter de Caluwe zeigt sich das Théâtre de la Monnaie auf der Höhe der Zeit und seiner (an Höhepunkten gewiss nicht armen) Geschichte. Deshalb ist es jetzt «Opernhaus des Jahres». Das erste übrigens, das nicht im deutschsprachigen Raum steht.
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Opernwelt Jahrbuch 2011
Rubrik: , Seite 4
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Die Oper befindet sich in Auflösung, seit über hundert Jahren, und sie erfindet sich dabei immer wieder neu. Letzteres ist beruhigend zu wissen. Wird aber bei der Moderation der Krisengespräche in den Feuilletons oft vergessen oder gar unterschlagen. Und auch das für die Nachwelt fraglos nützliche Kategorisieren, Sortieren und Hierarchisieren nach Künstleroper,...
Gab es ein irrationaleres Zeitalter als das 20. Jahrhundert?
Verbannt oder verpönt zu verschiedenen Zeiten waren Mendelssohn, Mahler und Schönberg als Juden; Richard Strauss, Wilhelm Furtwängler, Hans Pfitzner und Franz Schmidt als Nazis; Hanns Eisler, Paul Dessau und Marc Blitzstein im Westen als Kommunisten; Schostakowitsch, der mit dem Vorwurf, «Lärm statt...
Herr Klobucar, Sie haben an der Wiener Staatsoper 1133 Vorstellungen dirigiert. Sie gelten als Rekordhalter. Hat sich die Treue rentiert?
Eigentlich nicht (lacht). Ich habe wegen Wien viele andere Sachen abgesagt. An der Metropolitan Opera hätte ich viel mehr Wagner dirigieren können. Auch «Cavalleria rusticana» – und das noch dazu in der italienischsten Oper der...
