Hits, Wahrheiten und große Kunst
Nachdem die vierköpfige Teamleitung, die das Festival 2023 erstmalig (und einmalig) geleitet hatte, wieder zurückgetreten worden war, sprang Nora Hertlein-Hull, bisher Leiterin der Lessing-Tage am Hamburger Thalia Theater, ein und brachte Ruhe in die Abläufe. An ihrer ziemlich kurzfristigen Ernennung lag es aber vielleicht auch, dass das Rahmenprogramm dieses Jahr sehr sparsam ausfiel und sich tageweise stark ausdünnte.
Reformiert (und in „Nachtgespräche“ umgetauft) wurden die Publikumsgespräche, die dieses Jahr immer von einem Impulsgeber aus verschiedenen Bereichen des Lebens eröffnet wurden. So gab Menschenrechtsanwalt Wolfgang Kaleck seine Eindrücke zu „Nathan der Weise“ von Ulrich Rasche preis, Carolin Emcke hielt eine Laudatio auf „Bucket List“ und die frühere Vorsitzende der Linkspartei und Berliner Sozialsenatorin a. D. Katja Kipping eröffnete die Runde mit ihrer Meinung zu Johan Simons’ „Macbeth“-Inszenierung. Die meisten Impulse fielen eher affirmativ aus, sodass sie das anschließende Gespräch im Endeffekt nicht besonders stark prägten. Die zehn Inszenierungen liefen dieses Jahr in den Spielstätten im Haus der Berliner Festspiele (Haupt- und Seitenbühne), Schaubühne ...
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BTR 3 2024
Rubrik: Festivals und Produktionen, Seite 36
von Sophie Diesselhorst
Vor 150 Jahren schrieb Hans Christian Andersen eine Geschichte, die sich heute neu lesen lässt: Abends am Fenster sieht ein Mann eine geheimnisvolle Frau auf dem gegenüberliegenden Balkon. Eine Kerze im Rücken, lässt er seinen Schatten auf diesem Balkon erscheinen und bittet ihn, das dahinter liegende Zimmer zu betreten. Der Schatten tut das und verschwindet für...
Gunther Matejka: Frau Dörr, wie lange haben Sie an „Sister Act“ gearbeitet?
Claudia Dörr: Die Vorplanungen für eine Musicalproduktion beginnen rund eineinhalb bis zwei Jahre, bevor das Stück auf die Bühne kommt. Ich schreibe das Script und eine Konzeption, mache eine vorläufige Besetzung, gleichzeitig beginnen Budget- und Technikplanungen etc. Die Proben für...
Ein Duft von süßem Kakao durchströmt das Münchner Volkstheater wie in einer Konditorei. Die Erklärung dafür ist kein Kaffeehausbetrieb, sondern das Engagement der Abteilung Requisite, die für die Performance À la carte des Komponisten-Kollektivs Current Resonance, die am Gemeindezentrum Ku.Be im dänischen Kopenhagen uraufgeführt wurde, Schokobiskuitböden gebacken...
