Eine alte Geschichte neu erzählt
Eine steinerne Bogenbrücke wurde zum Walfänger-Schiff, der Schweizer Wohlensee zum Ozean – vier Wochen lang, an vier Abenden in der Woche spielte die Berner Gruppe VOR ORT – bei jedem Wetter. „Moby Dick“ auf dem See lieferte keine fertigen Bilder, sondern viel Raum für Assoziationen. Mit der Audioproduktion, einem wichtigen Teil des Stücks, konnte das Publikum akustisch in das dramatische Stück eintauchen. Die sparsam eingesetzte Technik schaffte überaus effektvolle Bilder.
Sommerliche Stimmung an einem Nachmittag im August: Am Seeufer schaukeln Boote. Schwimmer, Stand-up-Paddler und Ruderer treiben im türkisfarbenen Wasser. Den Wohlensee, die gestaute Aare, samt Wohleibrücke westlich von Bern hat VOR ORT, eine freie Berner Theatergruppe, in diesem Sommer für ihr neuestes Stück entdeckt. Die Gruppe sucht und findet reale, oft für die Öffentlichkeit unzugängliche Orte und macht sie zu Hauptdarstellern, an denen sich Fiktion und Realität verbinden – ob auf dem Rathausplatz von Bern, auf einem ehemaligen Gaswerkareal oder in einem Hohlraum der Berner Monbijoubrücke. VOR ORT besteht seit sieben Jahren und bildet für ihre Inszenierungen ein kleines Team von etwa 15 bis 20 Darstellern, ...
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