Wie im Flugzeugträger

Ein „elastischer“ Raum für moderne Kunst: Die Fondation Cartier feiert ihr vierzigjähriges Jubiläum und bezieht ein neues Gebäude im Herzen von Paris, revolutionär ausgestattet von Stararchitekt Jean Nouvel. Ein Blick auf die Historie des Gebäudes, seine Entkernung und Neustrukturierung

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Bei allen Pariser Turbulenzen zum Jahresende geriet die Eröffnung der neuen, direkt gegenüber dem Louvre gelegenen Fondation Cartier etwas in den Hintergrund. Dabei ist alles miteinander verbunden: Da war einerseits der Konflikt um das für die Pariser Bevölkerung so emblematische Kaufhaus BHV, den Bazar de l’Hôtel de Ville in der Rue de Rivoli, die direkt zur neuen Fondation Cartier führt. Der Eigentümer des BHV, die Société des Grands Magasins, ermöglicht der chinesischen Fast-Fashion-Marke Shein die Eröffnung eines Outlets.

Es ist eine Revolution, scheinbar des Volkes, scheinbar ganz in französischer Tradition stehend. In Wahrheit entsteht damit direkt gegenüber des Pariser Rathauses ein Low-Cost-Tempel, der das ganze Kaufhaus den Bach bzw. die Seine herunterspült. Und praktisch gleichzeitig ereignete sich der spektakuläre Juwelenraub im Louvre, der die Frage nach der Sicherheit in Museen dramatisch in den Mittelpunkt rückte. Nun steht das Kulturministerium ziemlich ratlos vor der Frage, wie sich die Sicherheit erhöhen lässt, ohne die Attraktivität zu reduzieren, während man die Eintrittspreise für Nichteuropäer:innen drastisch erhöht, um notwendige Renovierungsarbeiten zu ...

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BTR Ausgabe 1 2026
Rubrik: Foyer, Seite 4
von Thomas Hahn

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