Wie der Lockdown Türen öffnet
Besonders hart trifft die Coronapandemie Kultureinrichtungen und Kulturschaffende. Doch die meisten lassen sich nicht entmutigen. Der Mythos der Magie des Augenblicks bleibt zwar lebendig, doch sind es vor allem die Videoaufzeichnungen und Livestreams, die als Sprachrohr möglich sind. Die meisten Künstler geben sich bald nicht mehr damit zufrieden, nur mit der Kamera auf das Spiel draufzuhalten; der Splitscreen reicht nicht mehr aus. Der Lockdown sperrt Theatertüren zu, eröffnet indes neue Chancen: Eine ergänzende Kunstform ist am Entstehen.
Ein Film im Theater im Film – ein faszinierendes Spiel mit visuellem Material auf mehreren Ebenen ist dem Autor und Regisseur Hakan Savaş Mican gelungen. Er inszenierte den Großstadtroman „Berlin Alexanderplatz“ am Maxim Gorki Theater in Berlin, verortete ihn aber als „Berlin Oranienplatz“ im Migrantenmilieu in Kreuzberg. Zusammen mit „Kleistpark“ und „Richardplatz“ soll daraus eine Trilogie entstehen, eine Widmung an drei Stadtteile, die den Künstler maßgeblich geprägt haben. 90 Jahre nach dem Erscheinen von Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“ schreibt Mican eine neue Version über das zeitgenössische Berlin und versteht es, Döblins ...
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BTR Ausgabe 1 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 31
von Eva Maria Fischer
Kürzungen in München
Im Dezember wurde bekannt, dass im Jahr 2021 jedes Referat der Stadt München 6,5 Prozent vom eigentlich geplanten Etat einsparen müsse. Für die Kultur mit einem Gesamthaushalt von etwa 3,5 Prozent wäre ein Budget von 251 Millionen Euro vorgesehen gewesen. Nun dürfen 15 Millionen Euro weniger ausgegeben werden, 11,45 Millionen weniger...
Die Theater- und Opernhäuser sind seit Anfang November erneut geschlossen, auch wenn geprobt, in Werkstätten weiter produziert wird. Aber wann sich wieder der Vorhang öffnet, Konzerte und Inszenierungen stattfinden werden, ist auch jetzt bei Redaktionsschluss – Ende Januar – noch nicht abzusehen. Ein On-Off-Betrieb wäre für die Häuser organisatorisch kaum möglich,...
Der schönste Blick auf das Humboldt Forum bietet sich von der Schloßbrücke aus. Wie frisch gebacken strahlt seine barocke Fassade, die Nachmittagssonne kitzelt noch die feinsten Reliefs und Ornamente in ihrem warmen Lichtund Schattenspiel heraus. Über dem auskragenden Portal, das die breite Front entlang des Spreekanals symmetrisch teilt, ragt die kupferne Kuppel...
