Wenn das Theater zu den Menschen kommt

Das dreitägige Festival Matarranya Íntim in der spanischen Provinz Teruel bringt avantgardistische darstellende Künste in Privathäuser und einzigartige Räume. Ziel ist es nicht nur, die ländliche Region mit Kultur zu versorgen, sondern auch der ansässigen Bevölkerung einen anderen Blick auf die eigene Umgebung zu ermöglichen

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Reformbewegungen wie z. B. das Festspielhaus in Hellerau 1911, in Salzburg 1920 oder in Bregenz 1946 haben sich bewusst dafür entschieden, dass das Bühnenerlebnis einen Kontrast zur Stadt bildet. Schon Jahrzehnte davor setzte Richard Wagner 1876 mit seiner Idee der Bayreuther Festspiele einen Kontrapunkt zur städtischen Theaterszene – für kurze Zeit, vorübergehend, auf einem grünen Hügel inmitten der Natur.

Gibt es „da draußen“, in der Peripherie, fernab der Stadt andere Theaterorte – und wie werden sie genutzt? Schauen wir auf die iberische Halbinsel, in die europaweit am dünnsten besiedelte Region Matarranya in der aragonesischen Provinz Teruel. Es ist ein kleines Gebiet um den namensgebenden Fluss, 18 Dörfer mit zwischen 200 und 1000 Einwohner:innen, das durch erhebliche territoriale und sozioökonomische Ungleichgewichte gekennzeichnet ist, die zu Wanderungsbewegungen in Richtung der drei umliegenden großstädtischen Zentren Barcelona, Zaragoza und Valencia führen. Seit 2013 jeweils im Sommer findet stets in einem anderen der 18 Orte das Festival Matarranya Intím statt. Dieser dreitägige Theatermarathon unter der Künstlerischen Leitung von Jacobo Roger und der Produktionsleitung ...

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BTR 5 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 34
von Bri Newesely

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