Viel mehr als nur Klang
Es war der Beginn eines phänomenalen Siegeszugs. Im Jahr 1887 entwickelte der deutsche Auswanderer Emil Berliner in den USA einen neuen Tonträger: die Schallplatte. Sie wurde zu Musik, Geräusch, zum Objekt, zum Spiegel des Zeitgeists. Ihre in verschiedene Materialien gepresste Geschichte und der ihr innewohnende Widerspruch faszinieren bis heute: ein fester Gegenstand, der körperlosen Klang enthält. Früh erkannten Künstlerinnen und Künstler die kreativen Möglichkeiten der Schallplatte und verwandelten sie in ein künstlerisches Produkt.
Sie entwarfen Hüllen für Plattenfirmen und dokumentierten in deren Rillen den Sound ihrer Kompositionen, Performances, Lesungen und Installationen, wobei sie den akustischen Inhalt und das visuelle Erscheinungsbild meist als Einheit verstanden.
So richtig in Fahrt kam ihre Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das macht die Ausstellung „Broken Music Vol. 2 – 70 Jahre Schallplatten und Soundarbeiten von Künstler*innen“ in den weiten Hallen des Hamburger Bahnhofs – Nationalgalerie der Gegenwart nun in Berlin erlebbar. Sie führt mitten hinein in diese Geschichte der Schallplatte und erzählt diese neu: als durchwanderbares ...
Ergänzendes Konzertprogramm
„Broken Music Vol. 2_Live“ stellt vom 20. April bis zum 5. Mai 2023 Pionier:innen wie Sven-Åke Johansson, Charlemagne Palestine oder Christian Marclay vor und präsentiert junge internationale Künstler:innen wie Jessica Ekomane, Mieko Suzuki/Claudia Rohrmoser, Hassan Khan oder Emeka Ogboh, die mittlerweile ein Standbein in der Musikstadt Berlin haben. Das Konzertprogramm ergänzt an sechs Abenden die aktuelle Ausstellung zu 70 Jahren Schallplatten und Soundarbeiten im Hamburger Bahnhof. Die Liveperformances in den Ausstellungsräumen setzen sich über die Grenzen zwischen Kunst und Musik hinweg. Den Abschluss der Reihe bildet die Broken-Music-Party in den Rieckhallen am 5. Mai anlässlich des 40-jährigen Bestehens von Freunde Guter Musik Berlin e. V.
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BTR 2 2023
Rubrik: Ausstellungen und Kongresse, Seite 73
von Irmgard Berner
BTR: Was für eine Tätigkeit üben Sie am Brandenburger Theater aus und wie lange arbeiten Sie schon am Haus?
Anke Schwalm-Bölsche: Seit 2003 arbeite ich hier als Inspizientin und Notenbibliothekarin, von 1986 bis 1988 sowie von 1993 bis 1999 habe ich als Chorsängerin gearbeitet.
Sören Stanchera: Ich bin hier als Tontechniker beschäftigt. Zu unseren Aufgaben in der...
Beeindruckend die Vielfalt der Einstellungen, die moderne und unglaublich schnelle Schnittfolge, sowie die emotionale Betrachtung des Werkstoff Holz und der umliegenden Landschaft. Interessant auch die Präsentation der historischen Werkzeuge neben der modernen Technik – ein bewegender, aber auch lehrreicher Film“, lobt die Fachjury des Baden-Baden Awards 2022 die...
Die Vorzüge immersiven Sounddesigns liegen klar auf der Hand: Grundsätzlich hören wir im Alltag immersiv. Dies bedeutet, dass natürliche Töne uns in der Regel umhüllen, von allen Seiten, von oben und unten auf uns einwirken. Im Gegensatz dazu zwingt die klassische Stereobeschallung mit lediglich zwei Tonquellen den Hörenden zu einer sehr eingeschränkten Wahrnehmung...
