Theater mit allen Sinnen

Abstrakte, meist mit Musik hinterlegte (Licht-)Räume mit Darstellern, die sich in Zeitlupe und mechanisch bewegen und nur sparsame Texte sprechen – aus diesen Elementen schuf der Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner Robert Wilson ganz neue und einzigartige Theaterwelten. International berühmt geworden, tourte er bis kurz vor seinem Tod am 31. Juli 2025 durch die Welt. Ein Nachruf

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Wohl kaum ein anderer Regisseur hat seine so deutlich sichtbar eigene Ästhetik entwickelt wie Robert, genannt Bob, Wilson. Im Laufe seiner über 50-jährigen Karriere wurde sie zu einer Art Markenzeichen, das ihm alle Türen der internationalen Theater und Opernhäuser öffnete. Er gestaltete alle Elemente seiner Produktionen selbst. Regie, Bühne, Licht, Ton und Kostüme trugen seine Handschrift, auch wenn er in einer späteren Phase Künstlerteams hinzuzog, um die Details herauszuarbeiten.

Zudem schrieb er die Theaterstücke oder Musikwerke oft selbst, allein oder in Zusammenarbeit mit Literaten oder Komponisten. Ein Blick auf seine Biografie zeigt den Weg des Ausnahmekünstlers vom experimentierfreudigen Performer zum international gefragten Theater- und Opernregisseur: Bob Wilson wurde 1941 in Waco in Texas geboren. Schon früh entwickelte er Interesse an Tanz, er wurde im Kinderballett der Tänzerin Byrd Hoffman aufgenommen. Sein Vater hat dies wohl wenig unterstützt, aber für Bob war es ein wesentlicher Schritt, um aus seiner Isolation aufgrund eines Sprachfehlers herauszufinden. Er stotterte – und soll dies unter anderem durch das Tanzen überwunden haben. Nach der Schule studierte er ...

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BTR Ausgabe 5 2025
Rubrik: Foyer, Seite 5
von Karin Winkelsesser

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