Tarifeinigung 2.0 bleibt aus
Ein Schritt nach vorn? Eher ein Schritt daneben. Die Nachricht hätte als Signal der Entlastung verstanden werden können: Techniker:innen an deutschen Theatern sollen nach der neuen Einigung im NV Bühne künftig nur noch 39 statt 40 Stunden pro Woche arbeiten. Doch wer glaubt, dass diese kosmetische Maßnahme die Arbeitswirklichkeit an deutschen Bühnen verbessert, kennt entweder das Theater nicht – oder betreibt bewusste Augenwischerei. Denn: Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Wer im Theater arbeitet – sei es für ein Bühnenbild, in Ton- oder Lichtabteilung, in der Maschinerie oder bei Umbauten –, der arbeitet nicht nach Uhrzeit, sondern auf ein Ziel hin. Und dieses Ziel heißt: Premiere.
Projektarbeit funktioniert nicht nach Stechuhr
In der Realität sind Zeitüberschreitungen keine Ausnahme, sondern strukturelle Normalität. Dispositionen ändern sich. Proben laufen über. Umbauten ziehen sich. Die Technik springt ein, wenn andere Gewerke stocken. Und niemand fragt dann, ob die Stunden noch im Soll liegen – weil es nicht zählt, wann man kommt, sondern ob am Ende alles läuft.
Die eine Stunde „weniger“ ist daher in Wahrheit nichts anderes als eine symbolische Geste, die den Druck eher ...
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BTR Ausgabe 4 2025
Rubrik: Sanierung, Bau, Betrieb, Seite 24
von Wesko Rohde
Willem Dafoe – international prominenter Schauspieler im Film und auf der Bühne und zugleich Regisseur – ist für 2025 und 2026 Leiter der jährlich stattfindenden Theaterbiennale in Venedig. Auf der Pressekonferenz zur Eröffnung der Biennale di Venezia erzählte er, wie geehrt er sich fühle, dieses Festival zu leiten. Erst nach dem Gespräch mit dem Präsidenten des...
Rainer Beddig studierte in den 1980er-Jahren Fototechnik, am Vorläufer der Berliner Hochschule für Technik im Wedding, der Fachhochschule für Optik und Fototechnik. Vielleicht wollte er irgendwann auch Fotograf, also der Bildentwerfer und Weltenschöpfer werden. Doch die Technik, die Bildentstehung und später das Weltenbauen, lag ihm in der Wahl eines...
I’m not a robot“, so hieß die Arbeit, in der die in Frankfurt am Main lebende und arbeitende Regisseurin und Installationskünstlerin Marie Meyer Staub-Wisch-Roboter über eine auf den Boden gespannte weiße Leinwand gleiten ließ: Vor den Augen des Publikums entstand im Laufe des Abends ein Kunstwerk mit Kohlenstaub, der sich auf der Fläche verteilte. Die...
